Allgemeinmedizin

Breitspektrum-Antibiotikum punktet mit neuer Galenik

MÜNCHEN (kat / eis). Besonders bei schweren Infektionen in der Klinik sind Antibiotika-Resistenzen ein zunehmendes Problem. Gefördert werden Resistenzen unter anderem, weil bestimmte BreitbandAntibiotika bei Infektionen besonders häufig angewendet werden. Ein Präparat mit Piperacillin und dem Betalaktamase-Hemmer Tazobactam in neuer Galenik hilft, einige der Resistenzen zu vermeiden.

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Zu Resistenzproblemen führt nach Angaben von Professor Klaus-Friedrich Bodmann aus Hildesheim zum Beispiel die häufige Anwendung von Cephalosporinen der dritten Generation. Aufgrund ihrer reduzierten Wirksamkeit gegen Enterokokken würden dadurch Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) begünstigt, ebenso Problemkeime wie ESBL*-produzierende Klebsiellen oder Betalaktam-resistente Acinetobacter. Fluorchinolone hingegen begünstigten Fluorochinolon-resistente Gram-negative Erreger einschließlich Pseudomoas aeruginosa und Methicillin-resistente Staph. aureus (MRSA).

Diese unerwünschten mikrobiologischen Effekte seien mit dem parenteral anwendbaren Breitband-Antibiotikum Tazobac® nicht zu erwarten. Das Kombipräparat enthält das Acetylaminopenicillin Piperacillin und den Betalaktamase-Hemmer Tazobactam. Es sei gut wirksam gegen klinisch relevante Gram-positive und Gram-negative Erreger einschließlich der Anaerobier, sagte Bodmann bei einer Veranstaltung von Wyeth in München. Nach seinen Angaben habe es zudem eine günstige Pharmakokinetik. In nationalen und internationalen Empfehlungen werde das Antibiotikum etwa zur Therapie bei nosokomial und ambulant erworbenen Pneumonien sowie bei Sepsis genannt.

Ein weiterer Vorteil des Präparats sei aus einer Cross-Over-Studie bekannt. So war im Vergleich zu Cefotaxim die Rate an Clostridium difficile assoziierten Diarrhoen verringert, was wiederum auch Kosten spart Durch eine neue Galenik werde die Arzneimittelsicherheit des Präparats erhöht und die Anwendung erleichtert. Das jetzt auf den Markt gekommene Tazobac®EF 4 g / 0,5 g könne schon im ersten Schritt in NaCl aufgenommen werden. Arbeitsaufwand und Materialbedarf seien dadurch reduziert, sagte Bodmann.

*ESBL: extended spectrum Beta-Lactamase

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