COPD-Exazerbationen treten oft geballt auf

LONDON (ikr). Patienten mit einer COPD-Exazerbation haben ein hohes Risiko, innerhalb der nächsten acht Wochen erneut in eine solche Krise zu geraten. Das hat jetzt eine aktuelle britische Studie ergeben.

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Eine Exazerbation liegt vor, wenn die Zunahme von Symptomen wie Atemnot, Husten und Auswurf über die Tagesschwankungen hinausgeht, so dass eine Änderung der Medikation erforderlich wird.

Wiederholen sich Ereignisse dieser Art, treten sie zu 50 Prozent bereits innerhalb von acht Wochen nach der vorhergehenden Exazerbation auf. In einer Studie haben insgesamt 297 COPD-Patienten über durchschnittlich zwei Jahre täglich ihre Symptome aufgeschrieben (Am J Respir Crit Care Med 179, 2009, 369). In dieser Zeit gab es insgesamt 2189 Exazerbationen, davon ereigneten sich 1105 in Form eines Clusters, das heißt innerhalb von acht Wochen. 695 Exazerbationen, also 32 Prozent waren Rezidive, stellte das Team um Dr. Jadwiga Wedzicha aus London fest.

Wiederholte Exazerbationen werden bei COPD-Kranken offenbar noch häufig unterschätzt. Denn es werden seltener orale Kortikoide und Antibiotika eingesetzt als bei ersten oder einmaligen Ereignissen dieser Art. So erhielten nur knapp 41 Prozent der Betroffenen orale Steroide, jedoch 46 Prozent derjenigen mit nur einer Exazerbation. Außerdem: 59 Prozent der Patienten mit wiederholter Exazerbation bekamen Antibiotika, jedoch 65 Prozent derjenigen mit nur einer einzigen Exazerbation.

Der kanadische Kollege Dr. Shawn Aaron aus Ottawa folgert in einem Editorial (Am J Respir Crit Care Med 179, 2009, 335), in der Praxis verstärkt auf das hohe Rezidivrisiko in den ersten Wochen zu achten und die Betroffenen rechtzeitig zu behandeln.

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