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Charité vertieft Forschung in Alternativmedizin

BERLIN (ble). Als nach eigenen Angaben erste deutsche Universitätsklinik hat die Berliner Charité eine Stiftungsprofessur zur Erforschung der Komplementärmedizin besetzt. Erste Inhaberin des neuen Lehrstuhls ist Professor Claudia Witt.

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Mit der Professur will die Charité die Alternativmedizin mittels der Entwicklung klinischer Studien und Methodenforschung in der Regelversorgung als gleichwertige Alternative zur Schulmedizin etablieren. Eine direkte Arbeit am Patienten ist nicht geplant. Hierin liege der Unterschied zu anderen Lehrstühlen zur Komplementärmedizin, betonte Witt gestern in Berlin.

Die Bundesbürger seien im internationalen Vergleich Spitzenreiter in der Nutzung alternativer Heilmethoden, sagte Witt. "Über 60 Prozent unserer Bevölkerung nehmen diese in Anspruch." So biete etwa jeder dritte bis vierte Arzt Akupunktur an.

Obwohl die Wirksamkeit alternativmedizinischer Therapien in vielen Bereichen durch Studien belegt sei, gebe es bisher aber kaum Erkenntnisse über die Gründe, führte Witt an. Dies rührt ihr zufolge auch daher, dass bei der Beurteilung der Wirksamkeit bisher einseitig auf einzelne Therapiekomponenten abgestellt wird. Notwendig sei jedoch die Einbeziehung des ganzen Therapieumfelds in künftige Studiendesigns. Diese Designs will Witt erarbeiten.

Mit ihrer Forschung will Witt zudem herausfinden, warum manche Ärzte etwa bei der Akupunktur bessere Ergebnisse erzielen als andere. Diese Erkenntnisse könnten dann in die Ausbildung junger Ärzte fließen, hofft Witt.

Möglich wurde der neue Lehrstuhl an Europas größter Uniklinik durch eine Stiftung des Fördervereins der Karl und Veronica Carstens-Stiftung. Er unterstützt die Arbeit Witts und ihrer Mitarbeiter in den nächsten fünf Jahren mit einer Million Euro. Die Stiftung wurde 1981 vom damaligen Bundespräsidenten Professor Karl Carstens gegründet.

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