Clozapin gegen Therapieresistenz bei Schizophrenie

BERLIN (ugr). Bei etwa 40 Prozent der Patienten mit Schizophrenie lassen sich die Symptome trotz Therapie nur schlecht lindern - sie bekommen oft Rückfälle. Sprechen Patienten nicht ausreichend auf Standard-Antipsychotika an, ist Clozapin Mittel der ersten Wahl.

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Clozapin wird gemäß aktueller Leitlinien nicht zur First-Line-Therapie bei Schizophrenie verwendet. Es reduziere jedoch bei Therapieresistenz die Symptome deutlich, hat Professor Stefan Kropp von der Landesklinik Teupitz berichtet. "Erforderlich ist eine mehrwöchige Behandlung, gegebenenfalls auch eine Aufdosierung bis zur Höchstdosis von 900 mg pro Tag", so Kropp bei einem Psychiatrie-Kongress in Berlin.

Clozapin könne auch mit anderen Substanzen kombiniert werden: Zwar sei die Datenlage eher dünn, doch liegen Ergebnisse neuerer Studien mit Amisulprid, Aripiprazol, Ziprasidon und Risperidon vor. "Am meisten Erfolg scheint derzeit die Kombination von Clozapin und Risperidon zu versprechen. Hier haben wir deutliche Verbesserungen auch im Langzeitverlauf über sechs Monate beobachtet", so der Psychiater.

Kropp warnte jedoch vor Mehrfachverordnungen: "Mindestens jeder zehnte Patient bekommt drei Neuroleptika gleichzeitig. Dies ist in aller Regel rational nicht begründbar und kann zu einer höheren Rate von unerwünschten Wirkungen führen." Werden bei der Diagnose Faktoren erkannt, die eine Therapie erschweren, etwa ein Substanzmissbrauch, helfe dies unnötige Mehrfachverordnungen zu vermeiden.

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