Das Thema Tollwut gehört zu jeder reisemedizinischen Beratung

MÜNCHEN (wst). Bei jeder reisemedizinischen Beratung sollte Tollwut angesprochen werden, sagt Dr. Christian Schönfeld vom Tropeninstitut in Berlin. Die Erkrankung wird in vielen Ländern durch streunende Hunde übertragen. Bestehe im Reiseland ein erhöhtes Infektionsrisiko, sollte die Impfung empfohlen werden. Für die Grundimmunisierung sind drei intramuskuläre Injektionen binnen drei Wochen nötig.

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In Mitteleuropa ist Tollwut selten geworden, bei uns werden die Erreger vor allem von Füchsen, die den Menschen meiden, übertragen. In vielen Regionen von Asien, Afrika, Ozeanien, Mittel- und Südamerika ist Tollwut aber weit verbreitet, hat Schönfeld bei einem Pressegespräch des Unternehmens Chiron Vaccines Behring in München betont.

Zu den Risikoländern gehören vor allen auch Vietnam, Thailand, Kambodscha und Indien, aber auch in der Türkei ist das Infektionsrisiko erhöht. Weltweit sterben jährlich 50- bis 60 000 Menschen an der Tollwut, schätzt die WHO. Etwa zwei Drittel davon sind Kinder.

Wegen ihrer Körpergröße werden sie öfter als Erwachsene von infizierten Hunden in Kopf und Gesicht gebissen. ZNS-nahe Bisse führten besonders häufig zu den Infektionen, die nach Ausbruch der Erkrankung immer tödlich verlaufen.

In südlichen Ländern sind streunende Hunde Hauptüberträger der Tollwut. "Und gerade das macht die Sache so tückisch", so Schönfeld. Obwohl das Infektionsrisiko für Touristen selbst in gefährdeten Regionen statistisch äußerst gering sein mag, bleiben nach jedem Biß oder auch nur nach Speichelkontakt mit Hunden Zweifel.

Bei Kindern wissen die Eltern oft gar nicht, daß sie am Urlaubsort vielleicht mit einem Tier gespielt haben. Streunende und möglicherweise infizierte Hunde gibt es zudem auch in Großstädten, weshalb auch bei Geschäftsreisenden und nicht nur bei Treckingtouristen die Impfung erwogen werden sollte.

Beruhigt kann in jedem Fall sein, wer mit der Impfung (etwa mit Rabipur®) vorgesorgt hat. Bislang sei noch nie ein Geimpfter später infolge eines Bisses oder eines anderen suspekten Tierkontaktes an Tollwut erkrankt, so Schönfeld.

Er hat außerdem zu Bedenken gegeben, daß in einigen Entwicklungsländern nach einem Biß keine rasche und sichere Postexpositionsprophylaxe mit Tollwut-Immunglobulinen und verträglichen Impfstoffen gewährleistet sei.

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