Direkt zum Inhaltsbereich

Krebsentstehung

Dem Epstein-Barr-Virus auf die Schliche gekommen

Forscher haben herausgefunden, warum manche Vertreter des Epstein-Barr-Virus Krebs verursachen – und andere nicht.

Veröffentlicht:

HEIDELBERG. Warum eine Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV) bei den meisten Menschen ohne Folgen bleibt, bei anderen jedoch das Pfeiffersche Drüsenfieber oder Krebs auslösen kann, haben Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) herausgefunden.

Denn die Ursache sind den Ergebnissen von Dr. Zhe Li und ihrem Team zufolge verschiedene Typen von EBV (Nat Microbiol 2019; online 9. September).

Die Forscher fokussierten sich in ihrer Studie auf einen EBV-Typ, der Nasopharynxkarzinome verursachen kann. „Das EBV-assoziierte Nasopharynxkarzinom tritt auch bei uns gelegentlich auf, ist aber deutlich seltener als in Asien“, wird Studienautor Professor Henri-Jacques Delecluse in einer Mitteilung des DKFZ zitiert.

Das Team hatte im Labor einen Virusvertreter untersucht, der aus einem Nasopharynxkarzinom isoliert worden war: „M81“ wies dabei einige genetische Besonderheiten auf, unter anderem das genetische Element „EBER2“.

„Bei EBER2 handelt es sich um eine nichtkodierende RNA, also um ein RNA-Stückchen, das keine Bauanleitung für Proteine enthält“, berichtet das DKFZ. M81 besitze dabei eine EBER-2-Variante, die sich in EBV-Vertretern aus Nasopharynxkarzinomen besonders häufig findet.

Vermehrung gestoppt

Um herauszufinden, wie sich die EBER-2-Variante auf das Verhalten der Viren auswirkt, entfernten die Forscher diese aus M81 – und tatsächlich konnte sich das Virus in den infizierten Zellen nicht vermehren. Zudem konnte M81 keine Viruspartikel herstellen, wenn ein EBER2-Element aus einem hierzulande verbreiteten Virustyp eingefügt wurde.

Die Forscher fanden zudem heraus, wie EBER2 dazu beiträgt, dass sich M81 vermehrt: „EBER2 aus M81 regt die Produktion von CXCL8 an, ein Botenstoff, der für Entzündungsprozesse und die Entstehung von Tumoren eine wichtige Rolle spielt“, sagt Delecluse.

Es sei nun wichtig, Impfungen gegen die gefährlichsten EBV-Vertreter zu entwickeln, so Delecluse. (eb)

Mehr zum Thema

Robert Koch-Institut

Hepatitis-C: Diese Bevölkerungsgruppe ist am häufigsten betroffen

Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

© Iuliia Petrovskaia | iStock

Dermatophyten-Infektionen

Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Langfristig überlegen: Kombinationen mit Daratumumab in der Erstlinie

© LASZLO / stock.adobe.com

Neu diagnostiziertes Multiples Myelom

Langfristig überlegen: Kombinationen mit Daratumumab in der Erstlinie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, a Johnson & Johnson company, Neuss
Abb. 1: Studien CLIMB THAL-111 und -131: Veränderung des Gesamt-Hb-Werts und des HbF-Werts nach Exa-cel-Infusion bei TDT-Patientinnen und -Patienten (Quelle: Locatelli F et al., European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2026, Madrid, Spanien, Abstract GS2-5)

© Springer Medizin Verlag

Neue Perspektiven bei Hämoglobinopathien

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vertex Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb.  1: Indikationsübergreifendens Therapie-Monitoring in den ersten Behandlungszyklen mit Ribociclib beim HR+/HER2- Brustkrebs

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1]

Früher und metastasierter HR+/HER2- Brustkrebs

Einfach und konsistent: indikationsübergreifendes Therapie-Management mit Ribociclib

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Auswahl an gesunden pflanzlichen Lebensmitteln: Superfoods, verschiedene Obstsorten und Beeren, Nüsse und Samen.

© alicja neumiler / stock.adobe.com

Gepoolte Studien-Analyse

Vegetarische Ernährung und Krebsrisiko: Nicht immer ist pflanzlich besser!