Direkt zum Inhaltsbereich

Depressionen: Jugendliche haben oft Rückfälle

DURHAM (mut). Depressive Jugendliche brauchen langfristige Betreuung: Denn jeder Zweite wird nach einer überstandenen Depression erneut schwermütig.

Veröffentlicht:
Depressiv schon in jungen Jahren: Rückfälle sind nicht selten.

Depressiv schon in jungen Jahren: Rückfälle sind nicht selten.

© Kitty / fotolia.com

Bei den meisten Jugendlichen klingt eine Depression rasch wieder ab, fast unabhängig von der Therapie. Allerdings hält die Remission nicht immer lange an: In einer aktuellen Studie kam es bei 47 Prozent der Teilnehmer binnen fünf Jahren erneut zu einer depressiven Episode, berichten US-Forscher (Arch Gen Psych online).

Vor allem zwei bis drei Jahre nach einer Episode steigt die Rezidivrate stark an. Die Forscher raten daher, in dieser Zeit verstärkt auf Symptome zu achten. Auch einige Sitzungen Verhaltenstherapie zur Prävention seien dann eine Option.

In der Studie hatten knapp 440 Jugendliche etwa ein halbes Jahr lang eine Therapie mit Fluoxetin, eine Verhaltenstherapie, beides oder Placebo erhalten.

Der Therapieerfolg war in allen aktiven Therapiegruppen ähnlich gut: Die Remissionsraten lagen nach neun Monaten bei 55 bis 60 Prozent (Placebo: 48 Prozent). Patienten ohne Remission unter Placebo wurden schließlich auf eine aktive Therapie umgestellt.

Die Forscher schauten nun, was mit den Teilnehmern in den nächsten fünf Jahren geschah. In dieser Zeit erholten sich praktisch alle Jugendlichen von der ursprünglichen Episode, aber bei 57 Prozent der Mädchen und 33 Prozent der Jungs gab es Rezidive.

Wer gut auf die ursprüngliche Therapie angesprochen hatte, hatte seltener Rückfälle als bei schlechtem Ansprechen (43 vs. 68 Prozent). Die Autoren raten daher, bei mangelndem Erfolg rasch auf eine andere Therapie oder eine Kombination zu wechseln.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

© libre de droit | iStock

Update MS

Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

© Yozayo | iStock

Intrathekale Entzündung

Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Ein erreichbares Ziel bei MS?

© Merck KGaA

Therapiefreie Remission

Ein erreichbares Ziel bei MS?

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Typische Körperumrisse bei Achondroplasie

© BioMarin

Achondroplasie

Gezielte Therapie: erste Lebensjahre sind entscheidend

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioMarin Deutschland GmbH, Frankfurt am Main
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Folgen einer Fehldiagnose bei Menschen mit einer Seltenen Erkrankung (SE), die angaben, dass ihre SE oder die SE einer von ihnen betreuten Person mindestens einmal falsch diagnostiziert wurde (n=4.756)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Neuromyelitis-Optica-Spektrum-Erkrankungen

Weshalb das rechtzeitige Erkennen und Behandeln wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Haustiere

Kasuistik: Was passieren kann, wenn der Hund die Wunde ableckt

Patienten häufig überwässert

Praxistipps zur Hyponatriämie: „Trinken nur bei Durst!“

Lesetipps
Nicht alles können Ärzte in der Rheumatologie delegieren – die strukturierte Vorbereitung einer Anamnese allerdings schon.

© auremar / stock.adobe.com

Aufgabenteilung

Wie Delegation in der Rheumatologie funktionieren kann

Dreidimensionale gerenderte Illustration von Darmkrebs.

© appledesign / stock.adobe.com

Ergebnisse einer Vergleichsstudie

CT-Kolonografie oder FIT: Welches Verfahren Darmkrebs früher aufspürt

Ins Fitnessstudie statt zum Geburtstag der Oma: Wer eine starke Verpflichtung spürt, Sport zu treiben, könnte eine Muskeldysmorphie haben.

© ME Image / Stock.adobe.com

Krafttraining bis zur Erschöpfung

„Adonis-Komplex“: Was Ärzte beim Verdacht auf Muskeldysmorphie tun können