Der Säureblocker-Trick bei Thorax-Schmerzen

WIESBADEN (gwa). Haben Patienten nicht-kardial bedingte Thoraxschmerzen oder sprechen sie bei Asthma kaum auf spezifische Therapien an, lohnt sich eine probatorische Therapie mit Protonenpumpen-Hemmern (PPI). Denn solche Symptome können Reflux-assoziiert sein. Das gilt auch bei Sinusitis, chronischer Laryngitis, Bronchitis und Husten. Je nach Symptomen wird zwischen zwei Wochen und drei Monaten behandelt.

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Offenbar sind Reflux-assoziierte extraösophageale Symptome häufiger als bislang angenommen. Darauf hat Professor Wolfgang Fischbach aus Aschaffenburg beim Gastro Update in Wiesbaden hingewiesen. Zum Beispiel nicht-kardial bedingter Thoraxschmerz: Nach einer US-amerikanischen Studie hatten neun Prozent von mehr als 1250 Patienten mit Thoraxschmerzen keine Herz- oder Lungenkrankheit. Jeder zweite dieser Patienten gab auch häufige Refluxsymptome wie Sodbrennen an.

Risikofaktoren sind Rauchen und Übergewicht

Außerdem waren die Risikofaktoren für nicht-kardialen Thoraxschmerz die gleichen wie für Reflux: Übergewicht, Zigarettenkonsum, Einnahme von ASS oder NSAR. Daraus wurde der Schluss gezogen, dass Reflux die Ursache der Thoraxschmerzen war. In einer australischen Untersuchung wurde sogar eine Häufigkeit von 33 Prozent für Reflux als Ursache nicht-kardialer Thoraxschmerzen genannt.

Auch bei Asthma-Kranken, die trotz adäquater Therapie anhaltende oder rezidivierende Beschwerden haben, lohnt sich eine probatorische PPI-Therapie. In einer Studie erhielten 30 solcher Asthma-Kranken PPI. Bei 17 von ihnen war gastroösophagealer Reflux (GERD) diagnostiziert worden, etwa endoskopisch. Bei 12 der GERD-Patienten reduzierten sich mit PPI die pulmonalen Symptome, bei denen ohne GERD nicht, so Fischbach bei der von Nycomed/Altana Pharma unterstützten Veranstaltung.

Auch chronischer Husten kann Reflux-bedingt sein

Fischbachs Fazit: Extraösophageale Manifestationen bei GERD-Patienten sind häufiger als früher angenommen. Dazu gehören außer nicht-kardial bedingtem Thoraxschmerz zum Beispiel auch Sinusitiden, Laryngitis, chronische Heiserkeit oder chronischer Husten ohne feststellbare andere Ursachen.

Generell wird eine PPI-Therapie von ein bis zu drei Monaten empfohlen. Als Dosis wird die doppelte Standarddosis verordnet - also zwischen 40 und 80 mg täglich. Die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten empfiehlt speziell bei chronischem Husten eine Therapiedauer von ein bis zwei Wochen, bei chronischer Laryngitis eine von vier bis sechs Wochen und eine von drei Monaten bei Asthma.

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