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Deutsche sind mit Analgetika maßvoll

ESSEN (ars). Für einen Schmerzmittel-Missbrauch gibt es - im Querschnitt der Bevölkerung gesehen - in Deutschland keine Anhaltspunkte. In einem internationalen Vergleich zum Pro-Kopf-Verbrauch belegt Deutschland einen der untersten Plätze.

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Weiterhin ist demnach der Verbrauch an gängigen Präparaten in den vergangenen 25 Jahren nahezu konstant geblieben: Er stieg lediglich geringfügig von 45 Tabletten im Jahr 1986 auf 52 Tabletten im Jahr 2005. Noch größere Enthaltsamkeit herrscht nur in der Schweiz mit 46 Tabletten pro Kopf im Jahr 2005 und in Österreich mit 42. Diese Zahlen stellen Professor Hans-Christoph Diener und seine Kollegen aus Essen vor (J Headache Pain 9, 2008, 225).

Am anderen Ende der Skala liegt eine Gruppe von Ländern, bei denen nicht nur ein hoher Schmerzmittel-Verbrauch auffällt, sondern auch eine starke Zunahme in den vergangenen 25 Jahren. Spitzenreiter ist Schweden mit einem rund dreimal höheren Verbrauch als in Deutschland und einem Anstieg um 40 Prozent: von 105 Tabletten im Jahr 1986 auf 147 im Jahr 2005.

Im oberen Feld befinden sich außerdem Frankreich mit 141 Tabletten und Australien mit 106 Tabletten, die jeder Einwohner im Jahr 2005 durchschnittlich geschluckt hat. Dieser starke Konsum geht auf einen Anstieg von Präparaten mit einem einzigen Wirkstoff zurück. Koffeinhaltige Kombinationen sind von geringer Bedeutung. Worauf die ausgeprägten internationalen Unterschiede beruhen, sei unklar, schreiben die Neurologen.

In Deutschland blieb im Studienzeitraum zwar die Dosis weitgehend gleich, eine Änderung gab es innerhalb dieses Rahmens aber doch: Der Konsum von nicht-rezeptpflichtigen Analgetika nahm so zu, dass er 2005 fast 90 Prozent dieser Wirkstoffe ausmachte.

Für die Studie sammelten die Wissenschaftler in Fünf-Jahres-Intervallen von 1986 bis 2005 Zahlen von 1000 Apotheken in neun Ländern: Australien, Österreich, Belgien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Schweden, Schweiz und den USA. Dabei ging es ausschließlich um allgemeine Analgetika (N2B nach dem ATC-Code der WHO). In Deutschland sind das die nicht-verschreibungspflichtigen Wirkstoffe Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Ibuprofen sowie die rezeptpflichtigen Substanzen Metamizol, Tilidin plus Naloxon, Codein und Tramadol.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Missbrauch - doch kein Volkssport?

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