Diabetes - da lohnt jährlicher Check der Schilddrüse

WIESBADEN (hbr). Bei Typ-1- und Typ-2-Diabetikern lohnt der Blick auf die Schilddrüse. Denn bei schlechter Stoffwechsel-Einstellung leidet die Jodversorgung. Bei Typ-1-Patienten kommt es außerdem oft zu Autoimmun-Krankheiten der Schilddrüse, die zusätzlich den Blutzucker stören.

Veröffentlicht:

Jodmangel bei unzureichender Diabetes-Einstellung trifft Typ-1- wie Typ-2-Patienten. Denn bei schlechten Blutzuckerwerten entsteht rasch eine Glukosurie. Dabei wird gleichzeitig Jod ausgeschwemmt, so Dr. Thorsten Siegmund in Wiesbaden. Daher könnten Jodmangelkröpfe bei diesen Patienten gehäuft vorkommen, doch fehlten dazu noch Studien, so der Kollege aus München.

Vor allem bei Typ-1-Diabetikern treten oft auch Morbus Basedow, Hashimoto-Thyreoiditis und postpartale Thyreoiditis auf. So haben sie im Lauf ihres Lebens ein 15-prozentiges Risiko für eine autoimmune Schilddrüsen-Krankheit: Morbus Basedow und Hashimoto-Thyreoiditis mit Unterfunktion sind bei ihnen drei- bis fünfmal häufiger als üblich.

Betroffen sind vor allem Patientinnen

Bei Typ-1-Patienten sollten deshalb jährlich Schilddrüsenfunktion und Antikörper auf Thyreoidale Peroxidase (TPO) geprüft werden. Erhöhte Titer liefern einen Hinweis auf Hashimoto. Die Autoimmun-Erkrankungen treffen vor allem Frauen. Bei ihnen ist zum Beispiel die Hashimoto-Prävalenz fünf- bis zehnfach erhöht. Allerdings kann die Schilddrüse sich während einer Schwangerschaft vorübergehend beruhigen. Bei jeder zweiten Frau stabilisieren sich dann die Autoimmun-Reaktionen, und die Antikörpertiter sinken. Allerdings rezidivieren Morbus Basedow und Hashimoto-Thyreoiditis nach der Geburt meist wieder, warnte Siegmund.

Die Autoimmun-Erkrankung wird postpartal wieder aktiv

Fünf bis zehn Prozent der Schwangeren erkranken postpartal an einer Thyreoiditis. Auch das trifft Typ-1-Diabetikerinnen dreimal häufiger. Vermutlich handelt es sich um eine Hashimoto-Erstmanifestation, denn bei 90 Prozent sind TPO-Antikörper nachweisbar. Klinisch fällt vier bis zwölf Wochen nach der Geburt meist eine Hyperthyreose auf. Sie kann mehrere Monate anhalten und dann in eine Hypothyreose übergehen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Künstliche Intelligenz

Algorithmen-gestützte Telemedizin bei Typ-1-Diabetes

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
SCD-PROTECT-Studie-- Frühe Phase nach Diagnose einer Herzinsuffizienz – deutlich höheres Risiko für den plötzlichen Herztod als in der chronischen Phase.

© Zoll CMS

SCD-Schutz in früher HF-Phase

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

KI verweigert Assistenz beim Suizid

Fallbeispiel: ChatGPT empfahl ärztliche Hilfe bei Psychose

Team- und Patientenschutz

Hygieneplan für die Praxis – was zählt!

Medizinische Rehabilitation

Wie Ärzte beim beim Reha-Antrag unterstützen können

Lesetipps
Illustration eines Kolonkarzinoms

© Sebastian Kaulitzki - stock.adobe.com

Stiftung Lebensblicke

Darmkrebs bei jungen Menschen: Entwarnung für Deutschland

Diabetespatientin spritzt sich Insulin mit Insulinpen

© Goffkein / stock.adobe.com

Wenig bekannte Insulinkomplikation

Vorsicht bei Insulininjektionen: Nicht immer dieselbe Stelle nehmen

Eine kalorienarme, pflanzenbasierte Kost für mehrere Tage am Stück pro Monat kann Patienten und Patientinnen mit Morbus Crohn bei der Remission helfen.

© rh2010 / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Morbus Crohn: In nur fünf Tagen per Diät zur Remission?