Diabetes mellitus

Diabetiker brauchen Tips ihrer Ärzte für die richtige Fußpflege

NEU-ISENBURG (hbr). Füße von Diabetikern - das ist bekannt - sind ein spezielles Problem. Damit Verletzungen keinen Ärger bereiten, sollten Füße regelmäßig vom Arzt inspiziert werden. Kollegen können Patienten dabei wichtige Tips für die Fußpflege geben.

Veröffentlicht: 11.01.2006, 08:00 Uhr

Basis der Fußpflege bei Diabetes ist die Kontrolle auf kleine Verletzungen und Druckstellen. Die Patienten sollten möglichst täglich ihre Füße inspizieren, rät Evelyn Drobinski, Diabetesberaterin in Hamburg. Das ist besonders wichtig, wenn die Schmerzwahrnehmung bereits beeinträchtigt ist.

Ein vor den Fußsohlen aufgestellter Spiegel kann älteren Patienten mit eingeschränkter Beweglichkeit bei der täglichen Fußkontrolle helfen. Werden trotzdem gut erkennbare Läsionen übersehen, könnte ein Besuch beim Augenarzt sinnvoll sein.

Können die Patienten selbst ihre Füße nicht mehr zuverlässig inspizieren, kann ein Familienmitglied die Aufgabe übernehmen. Das sollte möglichst immer derselbe Angehörige sein, sonst können kleinere Veränderungen übersehen werden, so Drobinski.

Scharfe Scheren, Nagelknipser und -zangen oder Hornhauthobel haben in der diabetischen Fußpflege nichts verloren. Abgerundete Nagelscheren und -feilen verringern das Verletzungsrisiko. Hornhaut läßt sich mit Naturbimsstein entfernen. Patienten mit eingeschränktem Schmerzempfinden und Hornhautverdickung sind allerdings bei einem medizinischen Fußpfleger des Zentralverbandes der diabetologischen Fußpfleger oder bei medizinischen Fußpflegern mit Zusatzausbildung, den Podologen, sicherer aufgehoben.

Drei bis vier Sitzungen binnen vier Wochen bei Vertretern einer der beiden Berufsgruppen können auf Kassenrezept verordnet werden. Voraussetzung ist eine Polyneuropathie mit starker Hornhautbildung und Nagelverdickung oder eine Sehbehinderung.

Fußbäder sollten nicht länger als fünf Minuten dauern. Sonst weicht die Haut zu stark auf und kann beim Trocknen einreißen. Zur Kontrolle der Wassertemperatur (höchstens 37° C) ist ein Thermometer zu empfehlen, weil Neuropathie das Wärmeempfinden einschränken kann.

Danach wird sorgfältig abgetrocknet, um Fußpilz vorzubeugen, und eingecremt. Bei Füßen ohne Hornhautbildung genügt eine handelsübliche Feuchtigkeitslotion - ohne Duftstoffe oder Alkohol, der die Haut austrocknet. Anders bei sehr trockener Haut, wie sie etwa bei autonomer Neuropathie durch den Verlust der Schweißsekretion auftreten kann.

Trockene Haut neigt zu Einrissen, die Bakterien und Pilzen eine Eintrittspforte bieten. Für solche Patienten empfehlen sich daher Cremes und Pflegeschäume mit einem Harnstoffanteil von fünf bis zehn Prozent.

Mehr Infos zu Diabetes im Springer Lexikon Medizin, Essay der Professoren Eberhard Standl und Franz Rinninger, S. 481

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