Dimeticon befreit zuverlässig von Kopfläusen

HOHENLOCKSTEDT (stü). Kopfläuse werden in West- und Zentraleuropa sowie in Israel zunehmend resistent gegen Insektizide. Bei Dimeticon-Präparaten besteht diese Gefahr wahrscheinlich nicht, da sie physikalisch wirken. Mit einem 92-prozentigen Dimeticon-Gemisch ergaben sich in Studien selbst bei starkem Befall hohe Erfolgsraten.

Veröffentlicht:

Seit den 90er Jahren werden in Ländern wie Frankreich, Tschechien, Großbritannien, Dänemark und Israel vermehrt Resistenzen von Kopfläusen gegen Insektizide beobachtet, wie Dr. Ian Burgess von der Universität Cambridge berichtete. Das werde durch Unterdosierung und falsche Anwendung begünstigt. Ein Fehler ist etwa, die Behandlung nicht zu wiederholen.

Denn durch die erste Anwendung werden nur die adulten Kopfläuse getötet, nicht aber alle Eier und Nissen, sagte Burgess auf einem Symposium des Unternehmens Pohl Boskamp in Hohenlockstedt. Die nachschlüpfenden Larven müssten aber ebenfalls getötet werden. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts werden hierzulande Resistenzen gegen die üblichen Pyrethroide bisher nur vereinzelt vermutet. Allerdings gibt es dazu keine repräsentativen deutschen Untersuchungen.

Experten hoffen, dass es bei den Dimeticon-Präparaten nicht zu Resistenzen kommt. Denn diese Silikonöle wirken physikalisch: Durch ihre geringe Oberflächenspannung überziehen sie lipidhaltige Strukturen vollständig, so auch die Atemröhren der Tiere. Sie werden verschlossen, und die Läuse ersticken. Auch die Eier werden vernichtet.

Die Effektivität von Dimeticon-Präparaten wurde bislang in drei randomisierten Studien mit Insektiziden verglichen, wie Professor Ulrich Hengge aus Düsseldorf berichtete. An zwei Studien mit vierprozentigem Dimeticon in Großbritannien nahmen Kinder mit mittlerem Kopflausbefall teil. Eine zweimalige Dimeticon-Behandlung ergab eine Erfolgsrate von 70 Prozent, wogegen die Raten mit Phenodrin bei 75 Prozent und mit Malathion bei 33 Prozent lagen. In der dritten Studie wurden stark befallene Kinder in Brasilien mit 92-prozentigem Dimeticon-Gemisch (Nyda® L) behandelt. Die Erfolgsrate betrug 97 Prozent, mit Permethrin nur 68 Prozent.

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

© David Pereiras | iStock (Symboldbild mit Fotomodell)

Dermatomykosen

Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

© Irina Tiumentseva | iStock

Onychomykosen

Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

© Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH

Vitamin-C-Therapie

Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Anzeige | Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH
Medizinischer Infusions-Tropf mit buntem Hintergrund

© Trsakaoe / stock.adobe.com

Hochdosis-Therapie

Vitamin C bei Infektionen und Long-COVID

Anzeige | Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH
Maximale Vitamin-C-Blutspiegel nach oraler (blau) und parenteraler (orange) Tagesdosis-Gabe.

© Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH

Vitamin-C-Infusion

Parenterale Gabe erzielt hohe Plasmakonzentrationen an Vitamin C

Anzeige | Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
Abb. 1: Pharmakokinetik von Rezafungin bei einer Dosierung von 400mg, gefolgt von 200mg einmal wöchentlich

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [10]

Invasive Candida-Infektionen

Modernes Echinocandin – optimierte Eigenschaften und klinische Vorteile

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mundipharma Deutschland GmbH & Co. KG, Frankfurt/Main
Abb. 1: Risikoreduktion durch Bempedoinsäure gegenüber Placebo in der CLEAR-Outcomes-Studie für den primären 4-Komponenten-Endpunkt (A) und den sekundären 3-Komponenten-Endpunkt (B) stratifiziert nach Diabetes-Status

© Springer Medizin Verlag

Diabetes mellitus

Bempedoinsäure: Benefit für Hochrisiko-Kollektive

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Daiichi Sankyo Deutschland GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Zum Jahresstart

Das ändert sich 2026 für Praxen

Lesetipps
Eine ältere Frau ist gestürzt und liegt auf dem Boden.

© Rawpixel.com / stock.adobe.com

Gebrechliche Patienten

Hüft-Operation bei Herzpatienten: Wie sich Risiken minimieren lassen

Ein Arbeiter formt ein Metallschild mit der Aufschrift 2026

© flashmovie / stock.adobe.com

Neuerungen

Das gilt 2026 bei Abrechnung und Honorar