Ein Pflaster lässt aktinische Keratosen verschwinden

Ein Pflaster gibt 5-Aminolävulinsäure ab. So werden die veränderten Zellen bei aktinischer Keratose lichtempfindlich. Rotlicht führt zur Apoptose. Die Zulassung ist beantragt.

Von Helga Brettschneider Veröffentlicht:

DRESDEN. Ein neues Pflaster kann die photodynamische Therapie (PDT) von Patienten mit aktinischer Keratose vereinfachen. Das Pflaster reduziert den Behandlungsaufwand bei milden bis moderaten Keratosen. So ist eine spezielle PDT-Vorbereitung wie die schmerzhafte Kürettage von Läsionen nicht erforderlich.

Das Pflaster wird lediglich für vier Stunden auf die Haut aufgebracht und gibt dort 5-Aminolävulinsäure (ALA) ab. ALA macht selektiv die veränderten Zellen lichtempfindlich. Die Bestrahlung mit Infrarotlicht führt dann zur Apoptose, wie Professor Rolf-Markus Szeimies von der Universität Regensburg bei der Dermatologentagung in Dresden berichtete. Die Ansprechrate auf das zur Zulassung eingereichte Präparat ist hoch, und das kosmetische Ergebnis ist sehr gut, sagte Professor Axel Hauschild von der Universität Kiel. Das belegen mehrere Studien, an denen Probanden mit leichter bis mittelschwerer Krankheitsausprägung teilnahmen. Bereits die Dosisfindungsstudie mit 140 Patienten brachte klare Ergebnisse. Die Probanden dieser Untersuchung waren im Mittel 71 Jahre alt und wiesen durchschnittlich vier Läsionen auf. Die meisten befanden sich - typisch für aktinische Keratosen - an Kopfhaut und Stirn (74 Prozent) oder den Wangen (11 Prozent).

Ermittelt wurde die Remissionsrate, definiert als komplette Abheilung, acht Wochen nach der einmaligen Applikation, die eine halbe, eine, zwei oder vier Stunden dauerte. Das beste Ergebnis erzielte die Behandlung über vier Stunden: Nach acht Wochen belief sich die Remissionsrate der Läsionen damit auf 86 Prozent und die Remissionsrate der Patienten insgesamt auf 74 Prozent.

Eine Phase-III-Studie stützt diese Ergebnisse, so der Dermatologe bei einer Veranstaltung von Intendis. Sie verglich bei 103 Patienten den Effekt der vierstündigen 5-ALA-Pflastertherapie mit dem von Placebo. Die Zahl der Läsionen betrug im Durchschnitt 5,7. Nach zwölf Wochen waren in der Verumgruppe 82 Prozent der Läsionen und 62 Prozent der Patienten geheilt. Der Vorteil gegenüber der Placebogruppe (19 und sechs Prozent) ist signifikant. Dabei blieb die normale Pigmentierung bei 91 Prozent der Probanden erhalten - das sind tendenziell sogar mehr als bei Placebo. Entsprechend waren 86 Prozent der Patienten mit dem Ergebnis zufrieden oder sehr zufrieden.

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