Osteoporose

Ein Programm motiviert Patienten zur Einnahme der Osteoporose-Medikation

KÖNIGSTEIN  (ner). Mit einer medikamentösen Osteoporose-Therapie können nur bei guter Compliance und ausreichend langer Behandlungsdauer effektiv Frakturen verhindert werden. Ein Compliance-Programm kann offenbar die Therapietreue erhöhen.

Veröffentlicht:
Typisch für eine Osteoporose: Hyperkyphosierung der Brustwirbelsäule.

Typisch für eine Osteoporose: Hyperkyphosierung der Brustwirbelsäule.

© Foto: Klaus Peters, Nümbrecht

Allein die gute Compliance bei der Osteoporose-Medikation - das heißt, dass über 80 Prozent der verschriebenen Mittel eingenommen werden - senkt die Frakturrate um mehr als 25 Prozent, sagte Dr. Ortrun Gröschel aus Coburg und verwies auf eine Studie bei 11 000 kanadischen Frauen mit postmenopausaler Osteoporose.

Die Orthopädin erinnerte bei einer Veranstaltung des Unternehmens Procter & Gamble in Königstein /Taunus daran, dass für eine Frakturprävention bei Osteoporose eine drei bis fünfjährige Osteoporosetherapie als optimal angesehen wird. Allerdings lässt die Compliance ohne motivierende Maßnahmen sehr rasch nach. So nahm in einer israelischen Untersuchung bereits nach sechs Monaten etwa jeder fünfte Patient die Mittel nicht mehr ein.

"Es hilft nichts, einfach nur ein gutes Präparat aufzuschreiben", sagte Gröschel. Die regelmäßige Motivation der Patienten sei unbedingt notwendig. "Ich rede, bis die Patienten wieder angezogen sind, gebe ihnen Broschüren und Infoblätter mit, wo genau draufsteht, wie die Medikamente einzunehmen sind und warum das so wichtig ist", so die Osteologin. Positiv bewertete sie das vom Unternehmen angebotene validierte Compliance-Programm Actonel®, in das sich Osteoporose-Patienten einschreiben können.

Sie erhalten in den Monaten eins, zwei und vier sowie danach alle drei Monate bis zum Abschluss des zweiten Behandlungsjahres regelmäßig Infomaterialien über verschiedene Aspekte der Krankheit zugeschickt. Darin geht es etwa um die richtige Ernährung, die Bedeutung von Kalzium und Kalziumquellen, Tipps für körperliche Aktivitäten oder etwa um Hinweise darauf, wie Fehlbelastungen der Wirbelsäule vermieden werden können. Von eingeschriebenen Patienten waren nach zwei Jahren noch 85 Prozent compliant, in der Kontrollgruppe dagegen 76 Prozent.

Mehr zum Thema

Medikamentöse Behandlung

Osteoporose: Tipps zur Umstellung der Therapie

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Die Illustration zeigt die Spikes von SARS-CoV-2. Links die britische, in der Mitte die brasilianisch und rechts die südafrikanische Variante. In diesem Bild sind die Atome der Spikes zu erkennen –über 20.000. Auf der Hülle des Virus befinden sich typischer Weise 40 solcher Spikes. Keine der hier gezeigten Farben trifft die Realität, denn die Virenstruktur ist nur aus Schwarzweiß-Aufnahmen mit dem Elektronenmikroskop nachzuempfinden. Grafik erstellt von Maximilian Schönherr am 19. April 2021

© Maximilian Schönherr / picture alliance

COVID-19-Symptome bei B.1.1.529

Corona-Variante Omikron verursacht wohl starke Müdigkeit

(L-R) Head of Germany's vaccines regulator (STIKO) Thomas Mertens, Head of Robert Koch Intitue (RKI) Lothar Wieler and German Health Minister Jens Spahn hold a press conference on the situation of flu vaccines and the coronavirus (Covid-19) pandemic in Berlin, Germany on October 6, 2021.

© Emmanuele Contini / NurPhoto / picture alliance

Ungeeignet in der Pandemie?

Spahn und die STIKO – ein schwieriges Paar

Impfzentrum der Marke Eigenbau in Peine.

© Dr. Lars Peters

COVID-19-Impfung im früheren Getränkemarkt

Hausarzt richtet Corona-Impfzentrum ein – auf eigene Kosten