Schmerzen

Ein erfolgreiches Duo: Oxycodon und Naloxon

BERLIN (hae). Die innovative fixe Kombination von retardiertem Oxycodon mit dem ebenfalls retardierten Opioid-Antagonisten Naloxon wirkt bei Patienten mit chronischen Schmerzen stärker analgetisch als das bewährte Opioid alleine. Zugleich normalisiert die Blockade peripherer Opioid-Rezeptoren durch Naloxon die Darmtätigkeit und läßt somit unerwünschte Wirkungen gar nicht erst eintreten.

Veröffentlicht: 24.10.2006, 08:00 Uhr

Für Dr. Gerhard Müller-Schwefe aus Göppingen setzt die jetzt als Targin® zugelassene Fixkombination einen neuen Standard in der Therapie von Patienten mit chronischen opioidpflichtigen Schmerzen. Wie der Schmerztherapeut bei der Einführungspressekonferenz in Berlin sagte, beruht der bessere analgetische Effekt wahrscheinlich auf dem Wegfall schmerzhafter gastrointestinaler Begleiterscheinungen unter der herkömmlichen Opioid-Therapie.

Dafür sprechen auch Daten der Zulassungsstudie, wonach die Wirksamkeit der Kombination als um so besser beurteilt wurde, je höher der Naloxon-Anteil war. Bei dem in dem Präparat vorliegenden Verhältnis von Oxycodon zu Naloxon von 2 : 1 wurde die Wirksamkeit von mehr als 70 Prozent der Patienten als "sehr gut" bis "gut" bezeichnet.

    Die Verdauung normalisiert sich innerhalb einer Woche.
   

Bei reinem Oxycodon in gleicher Dosierung gaben nur etwas mehr als 40 Prozent eine sehr gute bis gute Wirksamkeit an. Die Kombination sowohl bei zuvor nicht mit Opioiden behandelte Patienten als auch bei unzureichender Analgesie unter herkömmlichen Opioiden geeignet.

Werde die Therapie gleich mit der Fixkombination begonnen, blieben den Patienten gravierende Beeinträchtigungen durch die Lähmung der Darmtätigkeit meist völlig erspart, so Müller-Schwefe bei der Veranstaltung von Mundipharma. Bei der Umstellung von herkömmlichen Opioiden sei mit einer Normalisierung der Verdauungsfunktion innerhalb etwa einer Woche zu rechnen.

Die Anerkennung des hohen therapeutischen Nutzens dieser Innovation für chronische Schmerzpatienten wird offenbar auch vom BfArM geteilt: Die Behörde hat der Fixkombination die Zulassung zur "Therapie und/oder Prophylaxe Opioid-induzierter Obstipation" im beschleunigten "Fast-track"-Verfahren erteilt.

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