Kommentar

Ein verlockendes Angebot

Die Liquid Biopsy bei Krebs hat einen Vorteil gegenüber Organbiopsie: Es lassen sich mehr Chemotherapeutika-Resistenzen nachweisen.

Von Peter LeinerPeter Leiner Veröffentlicht:

Die Liquid Biopsy etwa bei Krebs, also die Flüssigbiopsie, bei der die Untersuchung statt an Zellen einer Organprobe an Tumorzellen im Blut oder gar nur an zellfreier DNA erfolgt, ist verlockend. Denn was ist einfacher als eine Blutentnahme? Zudem ist ein Nachteil der Organbiopsie die Gefahr falsch negativer Ergebnisse, weil Proben jeweils nur punktuell gezogen werden.

Zwar ist die Entwicklung der Liquid Biopsy – sei es von Tumorzellen oder zellfreier DNA – noch lange nicht so ausgereift, dass sie die traditionelle Biopsie ersetzen könnte. Denn wie jetzt aus den Ergebnissen einer US-Studie hervorgeht, gelang es auch mit der Flüssigbiopsie bei fast jedem vierten Patienten nicht, Mechanismen, die zur Therapieresistenz führten, aufzudecken.

Doch hat die Liquid Biopsy im Vergleich zur Organbiopsie einen großen Vorteil: Damit ließen sich nämlich in der Studie bei Tumoren viel mehr – wenn eben auch nicht alle – Resistenzen gegenüber Chemotherapeutika nachweisen, was mithilfe der Biopsie einer einzelnen Tumorläsion nicht möglich ist. Das ist wegen der großen genetischen Heterogenität der Tumoren umso bedeutender. Die Entwicklung der zellfreien Liquid Biopsy ist somit ein wichtiger Schritt zur Optimierung der Therapiesteuerung.

Lesen Sie dazu auch: Analyse von Therapieresistenzen: Liquid Biopsy hat Vorteile gegenüber der Tumorbiopsie

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