Risiko abschätzen

Einfacher Score zu Übelkeit und Erbrechen nach Op

Wie groß ist bei Patienten, bei denen eine ambulante Op erfolgt ist, das Risiko für Übelkeit und Erbrechen nach der Entlassung nach Hause? Mit einem einfachen Score lässt sich das womöglich gut abschätzen.

Peter LeinerVon Peter Leiner Veröffentlicht:
Jüngere Frauen leiden häufig unter Übelkeit nach Op.

Jüngere Frauen leiden häufig unter Übelkeit nach Op.

© iStockphoto/Thinkstock

SAN FRANCISCO. Der Apfel-Score zum Abschätzen des Risikos für Übelkeit und / oder Erbrechen innerhalb von 24 Stunden nach einer Op (PONV: postoperative nausea and vomiting) bei stationärem Aufenthalt in der Klinik bekommt möglicherweise Zuwachs.

Das von der gleichen Arbeitsgruppe um Dr. Christian C. Apfel von der Universität in San Francisco entwickelte Modell basiert auf der Erkenntnis, dass es fünf unabhängige Risikofaktoren für Übelkeit und Erbrechen innerhalb von 48 Stunden nach der Entlassung nach Hause (PDNV: postdischarge nausea and vomiting) gibt.

Mit seinen Kollegen betreibt der Anästhesist Apfel zu PONV und PDNV unter www.ponv.org eine eigene Internetseite.

Fünf Riskofaktoren

Ermittelt wurden die Faktoren in einer aktuellen prospektiven Studie mit fast 2200 erwachsenen Patienten, von denen sich mehr als die Hälfte aus allgemeinchirurgischen (20,3 Prozent) und gynäkologischen Gründen (11 Prozent), wegen einer Kniearthroskopie (10,7 Prozent) oder einer Brust-Op (10,3 Prozent) einem ambulanten chirurgischen Eingriff unterziehen mussten (Anesthesiology 2012; 117: 475-486; online 12. Juli).

Die Ärzte ermittelten weibliches Geschlecht, ein Alter unter 50, Nausea oder Emesis oder beides nach Anästhesie in der Vorgeschichte sowie Opioid-Applikation und Übelkeit im Aufwachraum als unabhängige Risikofaktoren für PDNV.

In ihrem Modell, das für die praktische Anwendung vereinfacht ist und an das man sich leicht erinnern kann, ist mit einer PDNV-Inzidenz von 10, 20, 30, 50, 60 und 80 Prozent zu rechnen, wenn kein Risikofaktor, ein Risikofaktor, zwei, drei, vier oder alle fünf unabhängigen Risikofaktoren vorliegen.

Sollte sich der Nutzen des Modells in anderen Studien bestätigen, könnten damit jene Patienten ermittelt werden, die am ehesten von einer lang wirksamen antiemetischen Prophylaxe, etwa mit Dexamethason, Aprepitant, Palonosetron oder transdermal verabreichtem Scopolamin profitieren, sei es als Mono- oder Kombinationstherapie, wie die Ärzte berichten.

Allerdings müsse die Wirksamkeit dieser Prophylaxe bei PDNV-Patienten in weiteren Studien noch bestätigt werden.

Quelle: www.springermedizin.de

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