Erfolg durch Kooperation: Jede zweite Fußamputation verhindert

KÖLN (eis). Im Netzwerk diabetischer Fuß in Köln und Umgebung werden weniger als halb so viele Füße amputiert wie im Bundesdurchschnitt. Innerhalb der Integrierten Versorgung kooperieren Hausärzte mit Diabetologen.

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Hausärzte sollten regelmäßig die Füße ihrer Diabetiker kontrollieren und Patienten mit Fußwunden so schnell wie möglich zu spezialisierten Institutionen wie diabetischen Schwerpunktpraxen schicken. Das hat Dr. Dirk Hochlenert vom Kölner Netzwerk im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung" betont. "Spätestens, wenn man bei solchen Patienten an der Arteria dorsalis pedis oder der Arteria tibialis posterior keinen Puls mehr tasten kann, sollte man die Patienten abgeben", sagt der Internist.

Wie erfolgreich ein solches Vorgehen sein kann, zeigt das Beispiel des Netzwerks in Köln. Dort haben Hausärzte belastbare Ansprechpartner, die schwierige Patienten zügig übernehmen. Die Diabetologen in Klinikambulanzen und Praxen koordinieren die Behandlung. "Hausärzte tragen entscheidend zum Erfolg bei", so Hochlenert. Denn immer mehr Patienten werden an das Netzwerk frühzeitig überwiesen. So hat sich die Zahl der pro Jahr versorgten Patienten zwischen 2003 und 2005 von etwa 350 auf über 550 erhöht.

Ebenso ist der Anteil der Patienten mit schwersten Wunden, die in dem Netz behandelt werden, kleiner geworden. So hatten 2003 etwa 30 Prozent der Patienten Läsionen bis in die Knochen oder ins Gelenk (Stadium Wagner 3), zum Teil mit Nekrosen (Wagner 4). 2006 waren es nur noch 20 Prozent. Bei elf von 471 Patienten (2,1 Prozent) wurde zwischen April 2003 und März 2004 der Fuß über dem Sprunggelenk amputiert. Im Bundesdurchschnitt beträgt die Rate fünf bis zehn Prozent.

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