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Erfolgreiche Hochdosis-Therapie bei M. Menière

MANNHEIM (mut). Patienten mit Morbus Menière profitieren nach den ersten Ergebnissen einer kleinen offenen Studie offenbar besonders von einer Hochdosis-Therapie mit dem Histamin-Antagonisten Betahistin. Innerhalb eines Jahres verschwinden die Schwindel-Attacken fast völlig.

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Darüber hat Dr. Vera Carina Zingler vom Uniklinikum München beim Neurologen-Kongreß in Mannheim berichtet. Betahistin blockiert H1- und H3-Histamin-Rezeptoren. Die Arznei wird in Europa häufig bei Morbus Menière verwendet, placebokontrollierte Studien fehlen aber weitgehend.

Bisher gab es Einzelfallberichte, wonach sich die Schwindel-Attacken mit Betahistin deutlich reduzieren lassen, wenn statt der empfohlenen Dosierung von 12 bis 16 mg dreimal täglich auf eine weit höhere Dosis umgestellt wird.

Zingler und ihre Mitarbeiter prüfen die Substanz derzeit in einer Pilotstudie mit 22 Menière-Kranken. Die Patienten bekommen dreimal täglich jeweils 48 mg des Histamin-Antagonisten. Bislang wurden zwölf der Patienten ein Jahr lang behandelt. Von diesen Patienten hat Zingler die Daten vorgestellt.

Das Ergebnis: Vor der Hochdosis-Therapie hatten die Patienten im Schnitt 11,3 Attacken pro Monat. Bereits nach einem Monat mit der Hochdosis-Therapie waren es nur noch halb so viele, nach sechs Monaten lag die Zahl bei etwa vier Attacken pro Monat, nach einem Jahr bei durchschnittlich noch einer Attacke pro Monat.

Die Therapie wurde gut vertragen. Nur bei zwei Patienten trat leichte Übelkeit auf. Jetzt sollen die Ergebnisse in einer größeren Studie überprüft werden.



STICHWORT

Morbus Menière

Morbus Menière ist die zweithäufigste Ursache für peripheren vestibularen Vertigo. Bei den Anfällen wird den Patienten nicht nur schwindlig und übel, es kommt oft zum Hörverlust. Bei einem Teil der Patienten verschwindet die Erkrankung spontan wieder, bei etwa 15 Prozent sind innerhalb von zwei Jahren jedoch beide Vestibularsysteme betroffen, nach zehn bis 20 Jahren sogar bei 30 bis 60 Prozent der Patienten.

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