Erlotinib verbessert Prognose bei Pankreas-Ca

BERLIN (ugr). Nach zehnjährigem Stillstand scheint Bewegung in die Therapie von Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs zu kommen. Erstmals wurde mit dem Tyrosinkinase-Hemmer Erlotinib ein signifikanter Überlebensvorteil bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Pankreas-Ca erzielt.

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Professor Hans-Joachim Schmoll aus Halle hat Ergebnisse einer multizentrischen Studie mit 569 Patienten vorgestellt. Die Patienten erhielten entweder Gemcitabin plus Erlotinib oder Gemcitabin plus Placebo.

Primärer Endpunkt der Studie war die Lebenszeit: In der Verum-Gruppe lebten nach einem Jahr noch 23,8 Prozent der Patienten, in der Vergleichsgruppe dagegen nur 19,4 Prozent. Auch die mediane Überlebenszeit fiel mit 6,4 versus 6,0 Monate zugunsten der Verum-Gruppe aus.

"Dies ist die erste randomisierte Placebo-kontrollierte Studie mit statistisch signifikanter Verbesserung der Überlebenszeit", so Schmoll bei einer vom Unternehmen Roche Pharma unterstützten Veranstaltung in Berlin.

Von der Kombination Gemcitabin plus Erlotinib profitierten alle Patienten unabhängig von Alter, Geschlecht, Tumorstadium oder Schmerzintensität gleichermaßen. Die Studie war Grundlage für die US-Zulassung von Erlotinib bei Pankreas-Ca Ende 2005.

Der Wirkstoff blockiert ein Tyrosinkinase-Enzym und hemmt so das Tumorwachstum. Das Medikament ist als Tarceva® europaweit zur Zweitlinien-Therapie bei nicht-kleinzelligem Bronchialkrebs zugelassen.

In Deutschland erkranken jährlich 13 000 Menschen an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Zum Zeitpunkt der Diagnose lassen sich nur noch etwa 15 Prozent der Tumoren chirurgisch entfernen. 40 Prozent der Patienten befinden sich in lokal fortgeschrittenem, nicht-resezierbarem Stadium, 45 Prozent haben Metastasen.

Die Prognose ist schlecht: Die Fünf-Jahres-Überlebensrate beträgt bei Patienten, bei denen eine Operation möglich ist, 15 Prozent, bei Metastasen 1,8 Prozent.

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