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Immunzellen gegen Krebs

Erste Gentherapie bei Leukämie vor der Zulassung

In den USA steht die erste Gentherapie zur Behandlung von Krebs vor der Zulassung. Auch in Deutschland dürfte es nicht mehr allzu lange dauern, bis es so weit ist.

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Für Kinder wie auch Erwachsene mit bestimmten Leukämie-Formen könnten sich durch die Therapie mit CAR-T-Zellen neue Heilungschancen ergeben.

Für Kinder wie auch Erwachsene mit bestimmten Leukämie-Formen könnten sich durch die Therapie mit CAR-T-Zellen neue Heilungschancen ergeben.

© Christopher Futcher / Getty Images / iStock

WASHINGTON. Mit körpereigenen, gentechnisch veränderten Immunzellen den Krebs besiegen? Eine neue Therapie, die in den USA wie auch in Europa kurz vor der Zulassung steht, rückt das zumindest für bestimmte Formen von Leukämie und von Lymphdrüsenkrebs in den Bereich des Möglichen.

Durch Genmanipulation bilden bei diesem Verfahren T-Zellen an der Oberfläche einen krebszellspezifischen Antigenrezeptor, den CAR-Rezeptor (Chimeric Antigen Receptor). Werden die CAR-T-Zellen fündig, greifen sie die Krebszellen an und vervielfältigen sich. Allein eine solche T-Zelle kann so 1000 Tumorzellen zerstören.

Besonders erfolgreich war dabei die Ansteuerung des Antigens CD19. Ein wichtiger Kopf hinter dem klinischen Ansatz ist Prof. Carl June von University of Pennsylvania, der vor zwei Jahren für seine Arbeiten auch mit dem Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis geehrt wurde.

Daten aus über 200 Studien

Eine detaillierte Zusammenstellung der bisher publizierten Ergebnisse mit CAR-T-Zellen haben Wissenschaftler unter Federführung von Experten des Paul-Ehrlich-Instituts kürzliche auch in EMBO Molecular Medicine (doi: 10.15252/emmm.201607485) veröffentlicht. Fazit: Speziell bei bestimmten Formen von Blutkrebs kann der Nutzen, allen schweren Nebenwirkungen zum Trotz, groß sein.

"Das war völlig durchschlagend", sagte Stephan Grupp, Leiter des Krebs-Immuntherapie-Programms an der Kinderklinik von Philadelphia, der "New York Times". Der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) in Langen, Klaus Cichutek, sieht das ähnlich: "Jetzt bricht wahrscheinlich eine neue Ära der Leukämiebehandlung an."

Novartis in den Startlöchern

Demnächst erwartet wird nun die US-Zulassung von CD19-spezifischen CAR-T-Zellen (Tisagenlecleucel-T) der Firma Novartis zur Behandlung einer akuten lymphatischen Leukämie (B-Zell ALL). Die amerikanische Zulassungsbehörde FDA hat dem Zulassungsantrag eine vorrangige Überprüfung gewährt, nach dem das Oncologic Drugs Advisory Committee (ODAC), eine Art US-amerikanisches Gegenstück zum europäischen CHMP, eine entsprechende Empfehlung ausgesprochen hat. Dies wäre dann die erste für eine Gentherapie gegen Krebs.

Andere Zulassungsanträge sind bereits in Vorbereitung: Kite Pharma aus Los Angeles will entsprechende CAR-T- Zellen (Axicabtagen-Ciloleucel) zur Behandlung aggressiver Non-Hodgin-Lymphome auf den Markt bringen. Auch für die Therapie Multipler Myelome liegen der FDA Anträge vor.

In Europa sieht es ähnlich aus: Mithilfe des beschleunigenden Prime-Verfahrens könnte die Europäische Kommission vielleicht sogar noch 2017 grünes Licht für die CAR-T-Zell-Therapie geben. Drei Anträge liegen der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) bereits vor. (run/dpa)

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