Direkt zum Inhaltsbereich

Pakistan

Erster Polio-Fall des Jahres bestätigt

Nach einem Höchststand neuer Polio-Erkrankungen im vergangenen Jahr hat Pakistan nun den ersten Fall von Kinderlähmung für 2015 bestätigt.

Veröffentlicht:

ISLAMABAD. Opfer der ersten Polio-Erkrankung in Pakistan in diesem Jahr sei ein Kind aus der Provinz Khyber Pakhtunkhwa im Nordwesten des Landes, sagte Gesundheitsministerin Saira Afzal Tarar.

2014 war die Zahl der registrierten Polio-Fälle in Pakistan nach Angaben von Hilfsorganisationen auf 303 hochgeschnellt, von 93 im Vorjahr.

Die weitaus meisten Erkrankungen traten in der Nordwest-Provinz auf, die an Afghanistan grenzt. Weltweit erkrankten im vorigen Jahr 385 Menschen an Kinderlähmung.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) versucht seit Jahren, Polio weltweit auszurotten.

Nur in Pakistan und Afghanistan steigen Erkrankungszahlen

Die einzigen beiden Länder, in denen die Erkrankung 2014 zunahm, sind laut WHO Pakistan und Afghanistan, wo in dem Zeitraum 82 Fälle auftraten - nach 13 im Vorjahr.

Pakistan führt den drastischen Anstieg der Erkrankungen auf Aktionen der islamistischen Taliban-Kämpfer zurück.

Diese hätten demnach allein in den vergangenen zwei Jahren fast zwei Dutzend Mitarbeiter von Impfkampagnen oder begleitende Sicherheitskräfte getötet.

Sie werfen den Helfern unter anderem Spionage für die USA vor - insbesondere nach Gerüchten, der US-Geheimdienst CIA habe eine fingierte Impfkampagne genutzt, um den Aufenthaltsort von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden zu ermitteln.

Dieser war 2011 von US-Soldaten in Abbottabad getötet worden.

Am Samstag traf eine Delegation der Melinda-und-Bill-Gates-Stiftung Vertreter der Provinz Khyber Pakhtunkhwa, um die Impfkampagne wiederaufzunehmen, die wegen Drohungen der Taliban mehrmals verschoben worden war.

Ziel ist es, in der Provinzhauptstadt Peschawar Hunderttausende Kinder vor Polio zu schützen. "Wir werden weitere Schritte einleiten um sicherzustellen, dass alle Kinder künftig geimpft werden", sagte der Gesundheitsminister der Provinz, Shahram Tarakai. (dpa)

Schlagworte:
Mehr zum Thema

Auf klinische Zeichen achten!

Peritonsillarabszess häufig ohne vorausgehende Tonsillitis

Vom Schmerzgel bis zum Wiegenlied

Zehn Strategien gegen Impfstress

Das könnte Sie auch interessieren
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Pityriasis versicolor

© iStock / C5C

Kleienpilzflechte im Sommer

Pityriasis versicolor sicher erkennen und gezielt behandeln

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: MS-Krankheitsdynamik: Patientinnen und Patienten bewegen sich von frühen Stadien über Phasen fokaler Entzündung in fortgeschrittene, meist irreversible Stadien

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [4]

Multiple Sklerose heute

Praxisrelevante Daten im Fokus

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz
Abb. 1: Pharmakokinetik von Rezafungin bei einer Dosierung von 400mg, gefolgt von 200mg einmal wöchentlich

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [10]

Invasive Candida-Infektionen

Modernes Echinocandin – optimierte Eigenschaften und klinische Vorteile

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mundipharma Deutschland GmbH & Co. KG, Frankfurt/Main
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Akute Belastung versus chronische Schäden

Marathonläufer sollten ihren Nierenstatus kennen

Lesetipps
Eine schwangere Frau hält sich die rechte Bauchseite und telefoniert.

© T Mdlungu/peopleimages.com / Stock.adobe.com

Kasuistik

Schwangere mit akutem Abdomen: Der Blinddarm war es diesmal nicht

Bluttest

© NiDerLander / stock.adobe.com

Demenz erkennen

Neuer Ansatz für eine Alzheimer-Diagnostik mittels Bluttests