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Depressionen

Esketamin-Nasenspray erhält EU-Zulassung

Das Esketamin-Nasenspray Spravato® zur Therapie bei Depressionen hat jetzt die EU-Zulassung. Janssen Deutschland erweitert nun das Evidenzpaket für die Nutzenbewertung.

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Mittel gegen Depressionen: Kommt Spravato® auch in Deutschland auf den Markt? Das ist noch unklar.

Mittel gegen Depressionen: Kommt Spravato® auch in Deutschland auf den Markt? Das ist noch unklar.

© Photographee.eu / stock.adobe.com

Neuss. Die Europäische Kommission hat Spravato® (Esketamin) zugelassen. Die als Nasenspray entwickelte Arznei ist in Kombination mit einem SSRI oder SNRI indiziert bei Erwachsenen mit therapieresistenter Major Depression (TRD), wie das Unternehmen Janssen Deutschland mitteilt. Eine TRD liege ja vor, wenn Patienten in der aktuellen mittelgradigen bis schweren depressiven Episode auf mindestens zwei unterschiedliche Therapien mit Antidepressiva nicht angesprochen haben.

Die EMA-Zulassung basiert auf fünf Phase-III-Studien: drei Kurzzeitstudien, eine Langzeitsicherheitsstudie sowie eine randomisierte Rückfallpräventionsstudie. In den Studien erhielten mehr als 1600 Patienten im Alter von 18 bis 86 Jahren mit TRD Esketamin Nasenspray kombiniert mit einem neu verabreichten oralen Antidepressivum.

Die wichtigsten Ergebnisse der Phase-III-Studien

Janssen Deutschland fasst in seiner Mitteilung wichtige Studienergebnisse zusammen:

  • Die Kurzzeitstudien ergaben über den Beobachtungszeitraum bis Tag 28 ein klinisch signifikantes Ansprechen in der Verumgruppe. Ansprechen war definiert als eine Reduktion des Gesamtscores des MADRS (Montgomery-Asberg Depression Rating Scale) um mindestens 50 Prozent gegenüber Baseline in der Induktionsphase.
  • In der multizentrischen, randomisierten, doppelverblindeten, aktiv kontrollierten Langzeit-Rückfallpräventionsstudie reduzierte Esketamin Nasenspray kombiniert mit einem neuen Antidepressivum das Rezidivrisiko bei Patienten mit stabilem Ansprechen um 70 Prozent – im Vergleich zur Placebo-Gruppe. Bei Patienten in stabiler Remission verringerte sich das Rezidivrisiko um 51 Prozent.
  • Die Langzeitsicherheitsstudie ergab, dass auch bei bis zu 52-wöchiger Therapiedauer Esketamin nasal im Allgemeinen gut verträglich war. Zu den am häufigsten unter der Behandlung mit Esketamin Nasenspray beobachteten Nebenwirkungen gehören: Schwindelgefühl (30 Prozent), Übelkeit (27 Prozent), Dissoziation (26 Prozent), Kopfschmerzen (24 Prozent), Somnolenz (18 Prozent), Vertigo (18 Prozent), Dysgeusie (17 Prozent), Hypästhesie (11 Prozent) und Erbrechen (10 Prozent). Wahrnehmungsveränderungen, Blutdruck- und Sedierungseffekte wurden überwiegend am Tag der Anwendung beobachtet. Die Beschwerden waren vorübergehend und verschwanden in der Regel am selben Tag der Anwendung.

Evidenz für die Nutzenbewertung wird erweitert

Das AMNOG stelle im Fall von Spravato® andere Anforderungen an klinische Studien als die Zulassungsbehörden, so der Hersteller in seiner Mitteilung. Aufgrund dieser Anforderungen bedürfe es über die Zulassungsstudien hinausgehende Evidenz, um eine angemessene Nutzenbewertung für intranasales Esketamin zu erzielen. Spravato® werde daher nicht zeitgleich mit der EMA-Zulassung in Deutschland angeboten. Janssen Deutschland werde Spravato® einführen, sobald die Evidenz für die angemessene Nutzenbewertung vorgelegt werden kann. (mal)

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