Erster Todesfall 2017

Essen: Frau stirbt an Masern

In Essen ist eine junge Frau an den Folgen einer Masernerkrankung gestorben. Die Behörden appellieren an die Bevölkerung, den Impfstatus zu kontrollieren.

Veröffentlicht: 24.05.2017, 07:30 Uhr

ESSEN. Eine 37 Jahre alte Frau ist in Essen an Masern gestorben. Sie sei am Wochenende trotz intensivmedizinischer Behandlung "ziemlich schnell verstorben", sagte der Leiter des Gesundheitsamtes, Rainer Kundt, am Dienstag. Nach Angaben des RKI handelt es sich bundesweit um den ersten Maserntodesfall in diesem Jahr. Zuletzt waren in Deutschland 2015 und 2011 je ein Mensch gestorben.

Nach Angaben von Kundt war die Frau als Kind einmal geimpft worden, was den damaligen Empfehlungen entsprochen habe. Dies habe jedoch offenbar nicht ausgereicht. Die STIKO-Empfehlungen seien später geändert worden. Mittlerweile würden für Kinder zwei Impfungen empfohlen.

An welcher Masern-Komplikation die Frau in Essen genau starb, wurde nicht bekannt.

Dem RKI wurden bis Ende April bundesweit 583 Masernfälle gemeldet, davon 330 in NRW. Davon wiederum entfielen 258 auf Duisburg. Dort sind nach früheren Angaben des zuständigen Gesundheitsamtes vor allem südosteuropäische Zuwanderer mit fehlendem oder ungeklärtem Krankenversicherungsschutz betroffen. In Essen wurden den Behörden bislang 32 Masernfälle bekannt. Wegen hohen Fiebers hätten auch einige im Krankenhaus behandelt werden müssen, sagte Kundt. Die meisten Erkrankten seien aber inzwischen wieder genesen. Auch in Essenseien vor allem Menschen aus Südosteuropa erkrankt. Bei der Toten habe es sich aber um eine Bürgerin ohne Migrationshintergrund gehandelt.

Kundt appellierte an die Bevölkerung, den Impfstatus zu überprüfen. Erwachsene, die nach 1970 geboren wurden und als Kind keine oder nur eine Impfung erhalten haben, sollten eine Standardimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) nachholen.

Gesundheitsminister Hermann Gröhe hält die Einführung einer Impfpflicht in Deutschland nicht für nötig, um die Masern endgültig zu verbannen. In Deutschland sei die Impfbereitschaft bei der ersten Standardimpfung groß, dann sinke sie, sagte Gröhe der Deutschen Presse-Agentur am Montag am Rande der Jahrestagung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf. "Das Problem ist nicht so sehr der kleine harte Kern der Impfgegner. Es geht darum, dass wir diejenigen, die zu einer ersten Impfung ja gesagt haben, durch beharrliches Erinnern dazu führen, auch die zweite Impfung vorzunehmen." (dpa)

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