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KOMMENTAR

Ethische Bedenken geschickt umgangen

Von Thomas Müller Veröffentlicht:

Ein neues Verfahren zur Gewinnung von humanen embryonalen Stammzellen könnte Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen, die bisher die Forschung mit solchen Zellen strikt ablehnen. Denn gelingt es tatsächlich, aus 100zelligen Embryonen, die durch Jungfernzeugung entstanden sind, embryonale Stammzellen zu isolieren und zu züchten, dann fallen zwei wichtige Argumente gegen die Forschung mit solchen Zellen weg.

Das erste Argument: Bereits eine befruchtete Eizelle gilt als menschliches Leben und damit als tabu für die Forscher. Die Embryonen, die britische Forscher nun erzeugt haben, sind jedoch aus einer unbefruchteten Eizelle entstanden.

Das zweite Argument: Jeder Embryo, der das Potential hat, sich zu einem lebensfähigen Menschen zu entwickeln, ist schützenswert. Aus Embryonen, die durch Jungfernzeugen entstanden sind, können nach bisherigen Erfahrungen aber keine Babys werden - die Embryonen sterben in frühen Stadien.

Noch ist nicht sicher, ob embryonale Stammzellen, die mit dem neuen Verfahren gewonnen werden, ähnlich vielseitig sind wie Stammzellen aus nicht manipulierten Embryonen. Sind sie es, gibt es kaum noch gute Argumente gegen eine Forschung mit solchen Zellen.

Lesen Sie dazu auch: Jungfernzeugung mit menschlichen Eizellen gelungen

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