Direkt zum Inhaltsbereich

FDA erforscht Wirkung von Problem-Heparin

NEU-ISENBURG (skh). Forschern ist es gelungen, die Wirkung der in mehreren Ländern identifizierten verunreinigten Heparine aus China zu reproduzieren. Schweine, die das Heparin oder synthetisch produziertes übersulfatiertes Chondroitinsulfat bekamen, entwickelten ähnliche Symptome wie die betroffenen Patienten.

Veröffentlicht:

Seit Januar war es in elf Ländern bei mehreren hundert Patienten zu allergischen Reaktionen nach einer i.v.-Therapie mit Heparin aus China gekommen. Als Ursache waren kürzlich Verunreinigungen mit übersulfatiertem Chondroitinsulfat identifiziert worden.

Zwei internationale Forscherteams haben die Verunreinigung nun gemeinsam mit der US-Gesundheitsbehörde FDA weiter untersucht. Ergebnis: Normalerweise trägt Chondroitinsulfat - ein mit Heparin verwandtes Polysaccharid - etwa einen Sulfatrest pro Disaccharid. In dem übersulfatierten Chondroitinsulfat sind es vier.

Dadurch aktiviert die Substanz das Kinin-Kallikrein-System und die Synthese von Bradykinin, einem vasoaktiven Zytokin. Zudem entstehen über das Komplement-System mehrere starke Anaphylatoxine, die den Zerfall von Mastzellen und damit eine massive Histamin-Freisetzung bewirken. Letztere ist die Ursache für die teilweise schweren allergischen Reaktionen der Patienten.

Das berichten die Wissenschaftler online in den Fachzeitschriften "New England Journal of Medicine" und "Nature Biotechnology".

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Abb. 2: Sekundärer Endpunkt der BOREAS-Studie: Veränderung der Lungenfunktion unter Dupilumab versus Placebo

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Typ-2-Inflammation bei COPD

Bessere Lungenfunktion und mehr Lebensqualität durch IL-4/-13-Hemmung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Berlin, und Regeneron GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Sie fragen – Experten antworten

Noch impfen nach einer RSV-Erkrankung?

Herzinsuffizienz

Erste klinische Studie belegt Wirksamkeit des Herzpflasters

Änderungen aus dem GOLD-Update

Neues Vorgehen bei COPD: Proaktiv statt reaktiv!

Lesetipps
Ein Arzt hält ein Model des männlichen Geschlechtstraktes und zeigt mit einem Stift auf die Prostata.

© Peakstock / stock.adobe.com

Cochrane-Review

Prostatakrebs: Wie ist denn nun die Evidenz des PSA-Screenings?

Modell des Darms

© SewcreamStudio / Stock.adobe.com

FODMAP, Hypnose, Stuhltransfer

Diese Interventionen helfen beim Reizdarmsyndrom

Die Ärzte Zeitung ist jetzt auch auf Instagram aktiv.

© prima91 / stock.adobe.com

Social Media

Folgen Sie der Ärzte Zeitung auf Instagram