Ess-Störungen

Fachärzte warnen vor Castingshows

Junge Frauen, die regelmäßig "Germany‘s Next Topmodel" sehen, fühlen sich trotz Normalgewicht zu dick.

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Sendungen wie "Germany's Next Topmodel" gehen an jungen Zuschauern nicht spurlos vorüber.

Sendungen wie "Germany's Next Topmodel" gehen an jungen Zuschauern nicht spurlos vorüber.

© Amir Kaljikovic / fotolia.com

BOCHUM (ras). Castingshows können die Tendenz verstärken, dass vor allem bei adoleszenten Mädchen vermehrt Essstörungen wie etwa Magersucht oder Bulimie auftreten.

Auf diese Gefahren hat die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM) aufmerksam gemacht. Castingshows wie "Germany´s Next Topmodel" (GNTM) beeinflussen nach Darstellung der DGPM das Körperbild von Jugendlichen, insbesondere von Mädchen, beträchtlich.

Demnach empfinden sich viele Mädchen und junge Frauen, die derartige Shows verfolgen, als zu dick. Castingshows verfolgen mehr als 62 Prozent der Heranwachsenden zwischen zwölf und 17 Jahren.

Eine neue Studie deutet darauf hin, dass GNTM bei Mädchen die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper steigert.

In der Untersuchung des Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) des Bayerischen Rundfunks befragten Forscherinnen Mädchen, die regelmäßig GNTM sahen.

Das Resultat: Die Gefühle vieler Befragter schwankten zwischen Bewunderung und Neid. "Wenn Mädchen sich trotz normalen Gewichts fälschlicherweise als zu dick empfinden, sind sie anfälliger für eine Essstörung wie Anorexia nervosa oder Bulimia nervosa", warnt der Bochumer Professor Stephan Herpertz von der DGPM.

Die DGPM rät, Patientinnen nach einer aktuellen S3-Leitlinie vor allem zu einer Psychotherapie, die auf Essstörung ausgerichtet ist.

In Deutschland leiden bis zu 0,8 Prozent der jungen Frauen zwischen 14 und 20 Jahren an Anorexie und drei Prozent an Bulimie.

www.bzga-essstoerungen.de

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