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Fahrprobe bei alten Menschen sagt am meisten über Verkehrstauglichkeit

WIESBADEN (ars). Alte Menschen und Patienten mit neurologischen Erkrankungen schnitten in einer Studie bei verkehrspsychologischen Tests und im Fahrsimulator erwartungsgemäß deutlich schlechter ab als jüngere gesunde Teilnehmer. Bei der praktischen Fahrprobe allerdings wurde offensichtlich, daß sie ihre Schwächen durch eine vorsichtige Fahrweise teilweise wettmachen können.

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Verschiedene Methoden der Fahrdiagnostik hat Dr. Esther Burgard von der Universität Freiburg unter die Lupe genommen, und zwar bei Personen über 65 Jahre sowie neurologisch kranken Patienten: Beide Gruppen erbrachten bei den Tests und der Fahrsimulation schlechtere Leistungen als jüngere gesunde Teilnehmer.

Dabei fiel es den Älteren vor allem schwer, Informationen rasch zu verarbeiten und ihre Aufmerksamkeit auf mehrere Reize zu verteilen, bei den Patienten haperte es an den motorischen und visuellen Fähigkeiten. Bei der praktischen Fahrprobe allerdings schnitten Senioren und Patienten wesentlich besser ab als bei den Tests, stellte Burgard beim Neurologen-Kongreß in Wiesbaden fest.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommen auch Untersuchungen speziell mit Parkinson-Patienten. Wie Yvonne Körner vom Interdisziplinären Zentrum für Verkehrswissenschaften in Würzburg herausgefunden hat, sind sie zwar deutlich beeinträchtigt, bemühen sich aber, ihre Schwächen auszugleichen.

Für ihre Studie absolvierten 24 Patienten und ebenso viele Gesunde einerseits klassische Tests zur Fahreignung, andererseits drei Touren im Fahrsimulator: eine Fahrt mit unterschiedlich schwierigen Verkehrssituationen, eine monotone Nachtfahrt und eine Fahrt unter Zeitdruck.

Die Parkinson-Patienten machten zwar signifikant mehr Fehler als gesunde Teilnehmer, aber sie fuhren auch viel langsamer, hielten einen größeren Abstand zum Vordermann und machten bei der Nachtfahrt mehr Pausen, was zur Folge hatte, daß sie nicht häufiger einschliefen als die Gesunden.

Körners Fazit: "Der wichtigste Faktor scheint die Fähigkeit zu sein, die Beeinträchtigungen zu kompensieren. Genau diese Fähigkeit allerdings wird in der traditionellen Testdiagnostik kaum berücksichtigt." Deshalb plädierte sie dafür, zur Beurteilung der Fahreignung bei älteren oder neurologisch kranken Menschen auf jeden Fall eine praktische Fahrprobe zu machen.

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