Fehlbildungsrate nach IVF und ICSI ist niedrig

HANNOVER (grue). Eine künstliche Befruchtung erhöht nach den Ergebnissen einer prospektiven Studie nicht die Gefahr einer Fehlbildung beim Kind. Allerdings sind - wie vor jeder geplanten Schwangerschaft - elterliche Risiken für das Kind zu bedenken, empfehlen Experten.

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Nach erfolgreicher In-vitro-Fertilisation (IVF) oder intrazytoplasmatischer Spermieninjektion (ICSI) liegt nach einer aktuellen Auswertung des Deutschen IVF-Registers die Fehlbildungsrate der Kinder bei nur 1,7 (ICSI) oder 1,2 Prozent (IVF). Dieses gute Ergebnis ist nach Angaben von Professor Joseph Neulen aus Aachen unter anderem auf die umfassende Beratung vor einer Kinderwunsch-Behandlung zurückzuführen.

Der Gynäkologe wies beim Jahrestreffen der IVF-Zentren in Hannover auf Risiken für Fehlbildungen hin, die - sofern rechtzeitig erkannt - aber günstig zu beeinflussen seien. So sollten junge Frauen mit Diabetes gut mit Insulin eingestellt und engmaschig kontrolliert werden. Bei Insulinresistenz oder gestörtem Glukosemetabolismus wegen polyzystischer Ovarien empfiehlt Neulen bis zur 20. Schwangerschaftswoche das orale Antidiabetikum Metformin. Damit sinke das Risiko für Fehlgeburten im ersten Trimenon und für Schwangerschaftsdiabetes.

Des weiteren gefährden Schilddrüsenkrankheiten - falls die betreffenden Frauen nicht behandelt werden - die Gesundheit von Mutter und Kind, so Neulen. Eine Hypothyreose etwa erhöht das Risiko für eine ovarielle Überstimulation im Rahmen der IVF-Behandlung, eine nicht erkannte Hyperthyreose kann eine thyreotoxische Krise in der Frühschwangerschaft auslösen.

Zur Risikominimierung vor IVF oder ICSI gehöre auch der Ausschluß von Genitalinfektionen, sagte Neulen. "Mit Chlamydien infizierte Eileiter gehören zu den häufigsten Gründen für eine extrauterine Schwangerschaft". Nicht ungefährlich seien auch väterliche Infektionen mit Hepatitis-C- und HI-Viren. Die Viruslust könne aber durch Spermienaufbereitung stark reduziert werden.

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