Direkt zum Inhaltsbereich

Übergewicht

Fettbremse Mannschaftssport

Sport im Team hilft Jugendlichen offenbar gut, die Pfunde im Zaum zu halten. Auch wer täglich den Weg zur Schule mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurücklegt, beugt Übergewicht vor, so eine US-Studie.

Veröffentlicht:
Sport im Team: Gute Strategie gegen Übergewicht.

Sport im Team: Gute Strategie gegen Übergewicht.

© Maria.P. / fotolia.com

DARTMOUTH (St). Wie sich verschiedene Formen körperlicher Aktivität auf das Gewicht Jugendlicher auswirken, haben US-Forscher jetzt in einer einer Längsschnittstudie untersucht (Pediatrics 2012; online 16. Juli).

Sie befragten dazu 1718 Highschool-Studenten und ihre Eltern per Telefon. Registriert wurden Größe, Gewicht, sportliche Aktivitäten und die Art des Schulwegs. 29 Prozent der Jugendlichen waren übergewichtig, jeder Dritte davon adipös.

Fast drei Viertel der Befragten waren Mannschaftssportler: 17 Prozent trainierten in einem Team, 19 Prozent in zwei und 35 Prozent in mindestens drei verschiedenen Mannschaften.

Auf dem Schulweg allerdings waren die Jugendlichen wesentlich fauler: Nur jeder Zehnte ging die Woche an vier Tagen zu Fuß zur Schule oder fuhr mit dem Rad, knapp jeder Dritte an mindestens einem Tag.

Einflüsse von anderen Faktoren auf das Gewicht wie Ernährungsweise, tägliche Zeit vor einem Bildschirm sowie Alter wurden herausgerechnet.

Ergebnis: Mannschaftssport erwies sich im Vergleich zu anderen körperlichen Aktivitäten als beste Fettbremse.

Anregungen für Präventionsprogramme

Jugendliche, die mindestens drei Sportteams angehörten und an mehr als 3,5 Tagen pro Woche trainierten, hatten im Vergleich zu solchen, die keinen Mannschaftssport betrieben, ein um 27 Prozent niedrigeres Risiko für Übergewicht und ein um 39 Prozent geringeres Adipositasrisiko.

Eine Ausnahme bildeten, wie schon in früheren Studien, Jungs, die Fußball spielten. Anders als bei sonstigen Mannschaftssportarten brachten Fußballer der US-Studie überdurchschnittlich viele Kilos auf die Waage.

Die Art, wie die Schüler ihren Schulweg zurücklegten, zeigte zwar keinen signifikanten Einfluss auf das Übergewicht, wohl aber auf das Adipositasrisiko. In der Gruppe der Fußgänger und Radfahrer fanden sich 33 Prozent weniger adipöse Jugendliche als bei denen, die immer motorisiert unterwegs waren.

Nach Berücksichtigung aller Kovarianten errechneten die Autoren folgende mögliche Perspektive: Wären alle Jugendlichen das ganze Jahr über in mindestens zwei Teamsportarten aktiv, würde sich die Prävalenz von Übergewicht relativ um 11 Prozent und von Adipositas um 26 Prozent verringern.

Aber auch schon auf dem Schulweg könnten eine Menge Kalorien verbrannt werden. Viermal pro Woche auf bequemen Transport zu verzichten, würde den Anteil adipöser Jugendlicher um relative 22 Prozent (von 12,8 auf 10 Prozentpunkte) reduzieren.

Diese Aspekte, so die Autoren, sollten in künftigen Präventionsprogrammen mehr Berücksichtigung finden.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Okuläre Sicherheit von GLP-1-Rezeptoragonisten

Semaglutid und NAION: Absolutes Risiko bleibt gering

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Vitamin-B12-Mangel

Frühzeitig erkennen, gezielt therapieren

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Wörwag Pharma GmbH & Co. KG, Böblingen
 Abb. 1: Anwendung von Ruxolitinib-Creme bei mittelschwerer AD

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1,8]

Ruxolitinib-Creme bei mittelschwerer AD

Topische steroidfreie Behandlungsoption bei atopischer Dermatitis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Incyte Biosciences Germany GmbH, München
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

REBOOT-Studie

Betablocker nach Herzinfarkt oft überflüssig

Lesetipps
Ein älterer Mann bekommt eine Impfung in den rechten Oberarm.

© InsideCreativeHouse - stock.adobe.com

Respiratorische Viren

So gut wirkt der Impfschutz gegen COVID-19, Influenza und RSV

Ein Mann inhaliert

© Angelov / Stock.adobe.com

Fünf Säulen der Behandlung

COPD: Das empfiehlt die aktualisierte Leitlinie