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Fischreiche Kost lindert Symptome bei Rheuma

MÜNCHEN (wst). Durch Umstellung der Ernährung auf fischreiche und ansonsten überwiegend vegetarische, antioxidantienreiche Kost lassen sich bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen Medikamente einsparen. Denn die Ernährungsumstellung bewirkt, was auch klassische NSAR und Coxibe machen: Sie reduziert Schmerz- und Entzündungsmediatoren.

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Freie Arachidonsäure ist das entscheidende Ausgangsprodukt, aus dem im Organismus wichtige Entzündungs- und Schmerzmediatoren synthetisiert werden, erinnerte Professor Olaf Adam aus München. Diese Substanzen sind auch bei Rheumatoider Arthritis, Morbus Bechterew, Arthritis psoriatica, Kollagenosen und Fibromyalgie von Bedeutung. So entstehen aus Arachidonsäure unter dem Einfluss von Lipoxygenasen proinflammatorische Leukotriene und - katalysiert durch Cyclooxygenasen - mehrere entzündungsfördernde sowie schmerzverstärkende Prostaglandine.

Das sagte der Rheumatologe und Ernährungsmediziner beim 1. Europäischen Schmerzkongress der Gesellschaften IGOST und IMPS. Da die Menge freier Arachidonsäure vor allem beim Verzehr tierischen Fettes und Fleisches im Körper ansteigt, bedeutet der Verzicht auf solche Nahrungsbestandteile sinkende Arachidonsäurespiegel und eine Abnahme daraus gebildeter Entzündungsmediatoren.

Ein zusätzlicher Nutzen auf gleicher Grundlage wird durch den Verzehr fettreicher Kaltwasserfische gewährleistet, der zweimal pro Woche anzustreben ist. Denn diese Fische, wie Lachs und Hering, sind reich an Omega-3-Fettsäuren. Sie seien Gegenspieler der Arachidonsäure und hemmten die Bildung proinflammatorischer Folgesubstanzen, sagte Adam. Wichtige pflanzliche Omega-3-Fettsäurelieferanten sind Raps- und Leinöl. Sonnenblumen- oder Distelöl hingegen verstärken den meist ohnehin bestehenden, ungünstigen Omega-6-Fettsäurenüberschuss im Körper.

Meist dauere es zwei bis drei Monate, bis bei Rheumapatienten die konsequente Umstellung auf eine überwiegend vegetarische Vollwertkost mit hohem Fischanteil wirke. Dann seien Beschwerdelinderung und Funktionsverbesserung spürbar oder es verringere sich der Bedarf an antientzündlichen und analgetischen Medikamenten, so Adam.

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