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Frakturschutz: Viel Vitamin D hilft viel!

Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D ist für ältere Menschen wichtig zum Schutz der Knochen. Das bestätigen aktuelle Studiendaten. Vermutlich verringert sich auch das kardiovaskuläre Risiko.

Ingrid KreutzVon Ingrid Kreutz Veröffentlicht:
Aufenthalte im Freien reichen oft nicht für’s Vitamin D.

Aufenthalte im Freien reichen oft nicht für’s Vitamin D.

© Foto: Youngwww.fotolia.de

Vitamin D reguliert nicht nur die Aufnahme von Kalzium aus dem Darm, sondern es verbessert auch die neuromuskuläre Koordination. Dadurch verringet sich das Risiko für Stürze bei alten Menschen. Vitamin D wird überwiegend in der Haut unter Einwirkung von UV-Sonnenlicht gebildet. Die übliche Empfehlung, sich etwa 20 Minuten am Tag im Freien aufzuhalten, reiche aber nur aus, um einen schweren Vitamin-D-Mangel zu verhindern, sagte Professor Johannes Pfeilschifter beim Osteologie-Kongress in Frankfurt am Main. Ein "mäßiger" Mangel lasse sich aber selbst bei mehrstündigem Aufenthalt im Freien häufig nicht vermeiden. Der neue Leitlinienentwurf des Dachverbands Osteologie (DVO) zu Osteoporose empfiehlt daher bei allen Patienten mit Osteoporose die Supplementierung von 1000 Einheiten Vitamin D3 täglich.

Wie wichtig eine ausreichende Dosierung beim Vitamin D ist, belegt eine aktuelle Metaanalyse. Ein deutlicher Schutz vor Frakturen wurde bei über 65-jährigen Menschen nur bei täglicher Einnahme von mehr als 400 IE Vitamin D erzielt (Arch Intern Med 169, 2009, 551). US-amerikanische Forscher haben die Daten von zwölf Studien mit mehr als 40 000 Teilnehmern - hauptsächlich Frauen - analysiert. In neun Studien erhielten die Teilnehmer mehr als 400 IE (im Mittel 482 bis 770 IE) Vitamin D pro Tag oral mit oder ohne Kalzium, mit Kalzium oder Placebo. In den übrigen drei Studien waren es weniger als 400 IE Vitamin D.

Die Bilanz nach 12 bis 84 Monaten: Bei täglicher Einnahme von Vitamin D war die Rate der nicht-vertebralen Frakturen um 14 Prozent und die Rate der Hüftfrakturen um neun Prozent verringert. Allerdings: Bei den Teilnehmern, die mehr als 400 IE Vitamin D täglich erhielten, war die Rate der nicht-vertebralen Frakturen um 20 Prozent und die der Hüftfrakturen um 18 Prozent verringert. Bei einer Einnahme von weniger als 400 IE (im Mittel 340 bis 380 IE) Vitamin D pro Tag wurde kein Schutzeffekt festgestellt.

Einnahme von über 400 IE pro Tag schützt Knochen.

Nicht nur, was den Schutz vor Stürzen und Frakturen betrifft, gilt: Viel Vitamin D hilft viel! Dasselbe gilt anscheinend auch für die Prävention von Myokardinfarkten. In der Health Professionals Follow-up Study war das Risiko für einen Myokardinfarkt bei Männern mit Vitamin-D-Mangel (Plasma-25-OH-Vitamin D von höchstens 15 ng / ml) 2,4-fach höher als bei Gleichaltrigen mit guter Versorgung (Werte von mindestens 30 ng / ml). Selbst unter Berücksichtigung von KHK-Risikofaktoren war das Myokardinfarkt-Risiko bei niedrigen Vitamin-D-Werten verdoppelt (Arch Intern Med 168, 2008, 1174). Untersucht wurden 18 225 Männer im Alter zwischen 40 und 75 Jahren. Zu Studienbeginn hatte noch keiner der Männer eine KHK. Innerhalb der nächsten zehn Jahre hatten 454 Männer einen nichttödlichen Herzinfarkt oder ein tödliches KHK-Ereignis.

In einer anderen Studie mit mehr als 3000 Männern und Frauen waren bei denen mit niedrigen Vitamin-D-Werten (median 7,7 und 13,3 ng / ml) innerhalb von 7,7 Jahren die kardiovaskuläre und die Gesamtsterberate verdoppelt (Arch Inter Med 168, 2008, 1340). Als Vergleich dienten Teilnehmer mit guter Vitamin-D-Versorgung (median 28,4 ng / ml).

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