Chirurgie

Frau mit neuem Gesicht erhielt auch Stammzellen

AMIENS (ple). Die 38jährige Französin, der - wie berichtet - vor etwa einem halben Jahr erfolgreich Mund und Nase einer hirntoten 48jährigen Frau verpflanzt worden waren, hat zusätzlich zu Immunsuppressiva auch Stammzellen der Spenderin gegen Abstoßungsreaktionen erhalten.

Veröffentlicht: 04.07.2006, 08:00 Uhr

Zweimal wurden der Empfängerin hämatopoetische Stammzellen mit dem Knochenmark der Spenderin infundiert. Wie die französischen Ärzte aus Amiens und Lyon heute in "Lancet"-Online berichten, erhoffen sie sich dadurch, eine immunologische Toleranz zu induzieren, die die immunsuppressive Therapie unterstützt. In Tierversuchen sei dies bereits belegt.

Auch nach Nieren-, Nieren-Pankreas-, Leber- und Herz-Transplantationen bei Organempfängern seien solche Infusionen in Kombination mit Immunsuppressiva bereits gemacht worden.

Den bisherigen Ergebnissen zufolge sei die Rate chronischer Abstoßungen, die nach Monaten und Jahren auftreten können, verringert worden, die transplantierten Organe hätten länger überlebt als Organe bei Transplantatempfängern ohne solche Infusionen. Das Besondere bei der Patientin ist, daß sie unterschiedliche Gewebearten erhalten hat.

Nach Angaben der Ärzte hat die Patientin die Stammzell-Therapie und die Immunsuppressiva bisher gut vertragen. Mit einer Physiotherapie wird derzeit versucht, die Bewegungen vor allem der Muskeln um den Mund wieder zu ermöglichen.

Mehr zum Thema

Coronavirus

Krankenhäuser wollen elektive Eingriffe zurückfahren

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
S1-Leitlinie zu COVID-19 aktualisiert

DEGAM

S1-Leitlinie zu COVID-19 aktualisiert

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden