Neuro-psychiatrische Krankheiten

Frauen doppelt so häufig psychisch krank

BERLIN (ble). Bei mehr als jedem fünften erwerbstätigen Versicherten der Techniker Krankenkasse (TK) haben Ärzte 2006 mindestens einmal eine psychische Störung diagnostiziert.

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Das geht aus dem "Gesundheitsreport 2008" hervor, den die Kasse gestern in Berlin vorstellte. In Deutschland ist rund jeder neunte Arbeitnehmer bei der TK versichert.

Die vorgelegten Ergebnisse basieren auch auf ambulanten Diagnosedaten von rund 2,6 Millionen TK-Versicherten aus dem Jahr 2006, sagte TK-Vize Dr. Christoph Straub. Frauen waren mit einem Anteil von 32 Prozent dabei mehr als doppelt so häufig betroffen wie Männer mit 15 Prozent. Allerdings wurde nur jede siebte Person mit einer entsprechenden Diagnose auch krankgeschrieben. Bei der Zahl der Diagnosen waren die Stadtstaaten Hamburg, Bremen und Berlin Spitze. Im Osten wurden hingegen deutlich weniger Diagnosen gestellt.

Die Daten zeigten, dass psychische Erkrankungen deutlich häufiger vorkommen als es die bisherigen Auswertungen der Krankschreibungen und Arzneimittelrezepte vermuten ließen, kommentierte Straub den Report. Angesichts der hohen Zahl der Diagnosen insbesondere bei Frauen sprach er von "einem erschütternden Befund".

Zu den von einer psychischen Störung am meisten betroffenen Erwerbstätigen gehören Telefonisten (31,9 Prozent), Kindergärtnerinnen (30,6), Sozialpädagogen (30,4) und Empfänger von Arbeitslosengeld I (28,3). Ärzte und Physiker waren dagegen mit knapp 15 Prozent deutlich weniger gefährdet. Häufigste Einzeldiagnosen waren somatoforme Störungen, Depressionen sowie schwere Belastungsstörungen und Anpassungsstörungen.

Straub forderte einen Ausbau der ambulanten Versorgung. Hier gebe es große regionale Unterschiede in der Versorgung durch Psychotherapeuten.

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