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Herzstillstand

Frauen werden seltener reanimiert, überleben aber häufiger

Auch bei der Reanimation nach Herzstillstand gibt es Unterschiede zwischen Männern und Frauen: Sie ist bei Frauen seltener erfolgreich als bei Männern. Wenn es klappt, verlassen Frauen aber öfter lebend das Krankenhaus.

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CHICAGO. Eine niederländische Kohortenstudie untersuchte das Überleben nach Herzstillstand zwischen 2006 und 2012 anhand der Auswertung von Totenscheinen von über-20-Jährigen. Dabei ging es nur um Ereignisse, die außerhalb von Kliniken aufgetreten waren.

Bei 22.443 derartigen Herzstillständen (52,8% davon bei Männern) wurden 6038 Herz-Lungen-Wiederbelebungsversuche unternommen (72,5% davon bei Männern). 20,4% der Männer vs. 13,0% der Frauen überlebten die Reanimation (p0,001).

Für Frauen waren die Chancen, durch medizinisches Personal überhaupt Wiederbelebungsmaßnahmen zu erhalten, signifikant niedriger als für Männer (15 vs. 35%).

Kardiale und soziale Ursachen

Die unterschiedliche Erfolgsquote der Reanimation zwischen den Geschlechtern wird durch den initial vorliegenden Herzrhythmus erklärt, der für die Wiederbelebung entscheidend ist und bei Frauen seltener vorteilhaft war (34,4% vs. 48,8% bei Männern, p0,001).

Aber auch soziale und biologische Faktoren können eine Rolle spielen, z.B. lebten ältere Frauen öfter alleine oder es lagen bei ihnen unterschiedliche Symptome bzw. mehrere kardiale Ursachen für den Herzstillstand vor.

Nach Reanimation haben Frauen eine bessere Prognose

Eine retrospektive Analyse verschiedener medizinischer Datenbanken im Zeitraum zwischen 1948 und 2014 untersuchte ebenfalls den Überlebensunterschied nach Herzstillstand bei Männern und Frauen.

Dazu wertete die französische Arbeitsgruppe 12 Studien mit über 400.000 Patienten hinsichtlich Krankenhausentlassung nach außerhalb des Krankenhauses erlebten Herzstillständen aus.

Die Frauen waren älter und hatten ungünstigere medizinische Voraussetzungen, z.B. waren sie öfter allein, als der Herzstillstand eintrat.

Nach Adjustierung dieser Unterschiede zeigte sich aber, dass mehr weibliche als männliche Patienten das Krankenhaus lebend wieder verlassen konnten, die Wahrscheinlichkeit dafür betrug 11%.

Das Paradoxon, dass Frauen nach Herzstillstand trotz schlechterer medizinischer Voraussetzungen bei der Entlassung aus dem Krankenhaus offenbar einen Überlebensvorteil gegenüber betroffenen Männern haben, bedarf weiterer Untersuchungen. (ufo)

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