Frühzeitig mit Triptan zu beginnen, erhöht Therapieerfolg

LEIPZIG (mar). Bei einer Migräneattacke sollten Triptane frühzeitig, also schon bei den ersten Symptomen, eingenommen werden. So läßt sich eine signifikant bessere Schmerzlinderung erzielen als bei späterer Einnahme. Zudem kommt es weniger häufig zu Wiederkehrkopfschmerzen, wie Professor Hartmut Göbel aus Kiel beim Deutschen Schmerzkongreß berichtet hat.

Veröffentlicht:

In früheren klinischen Triptan-Studien war es Usus, daß die Patienten das Medikament erst anwenden sollten, wenn die Migräne eine mittelschwere bis schwere Intensität erreicht hatte. Aufgrund von neuen Erkenntnissen zur Pathophysiologie der Migräne wird mittlerweile ein frühzeitiger Therapiebeginn empfohlen, da dadurch der Therapieerfolg - rasche Schmerzlinderung und anhaltende Schmerzfreiheit - deutlich gesteigert werden kann.

Mittlerweile ist nachgewiesen, daß Triptane in die Schmerzweiterleitung im Gehirn eingreifen. Sie stoppen bei einer Migräneattacke die Sensibilisierung peripherer trigeminaler Neuronen und verhindern dadurch die Übererregbarkeit zentraler trigeminaler Strukturen, die zu einer schmerzhaften Überempfindlichkeit im Bereich der Kopfhaut und des periorbitalen Bereichs (kutane Allodynie) führt.

Neue klinische Studien haben ergeben, daß Triptane die Schmerzen signifikant besser lindern, wenn sie angewandt werden, bevor sich eine Allodynie entwickelt hat, so Göbel bei einem Symposium des Unternehmens MSD. So sind in einer Studie 112 Patienten mit mittel- und schweren Migräneattacken angewiesen worden, Rizatriptan (10 mg, Maxalt®) schon bei leichten Symptomen einer Migräne einzunehmen. 74 Patienten setzten bei drei Migräneattacken das Triptan ein, 38 erhielten Placebo.

Zwei Stunden nach der Rizatriptan-Einnahme waren die Patienten bei 70 Prozent der Attacken schmerzfrei, mit Placebo bei 22 Prozent, so Göbel. Bei 60 Prozent der Attacken traten mit Rizatriptan keine Wiederkehrkopfschmerzen auf, die Patienten blieben für 24 Stunden nach der Einnahme schmerzfrei (Placebo: 17 Prozent).

Mit der frühen Rizatriptan-Anwendung ergebe sich ein wesentlich besserer Therapieerfolg als bei später Einnahme, so das Fazit von Göbel. Daher sollte die Medikation schon bei leichten Kopfschmerzen beginnen.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Plädoyer für frühe Triptan-Therapie

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Kopfschmerzen

Migräne: Welche Therapie bei älteren Patienten möglich ist

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Lebensjahresverlust aufgrund von gesundheitlichen Einschränkungen

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [1]

Migränekopfschmerzen

Effektive Akutbehandlung kann Chronifizierungsrisiko senken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Grünenthal GmbH, Aachen
Schnelle und sichere Diagnose der Migräne

© Pixologicstudio / Science Photo Library / mauritius images

Kopfschmerz-Anamnese

Schnelle und sichere Diagnose der Migräne

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Hormosan Pharma GmbH, Frankfurt am Main
Abb. 1: Botulinumtoxin A: kontinuierliche Verringerung der Kopfschmerztage (modifiziert nach [7])

© Grafik: Springer Medizin Verlag GmbH

Therapie der chronischen Migräne

Botulinumtoxin reduziert Migränetage rasch und anhaltend

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Allergan an AbbVie Company, Frankfurt am Main
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Online-Umfrage

Sind Schwangere mit Vorerkrankungen in Deutschland gut versorgt?

Lesetipps
Ein Mann im Hintergrund nimmt einen Schluck von einem Drink. Im Vordergrund stehen vier Flaschen mit alkoholischen Getränken.

© Axel Bueckert / stock.adobe.com

Analyse des Trinkverhaltens

Wie lebenslanger Alkoholkonsum das Darmkrebsrisiko steigert

Nahaufnahme der Hände eines Labortechnikers mit einem Röhrchen mit einer Blutprobe darin aus einem Gestell mit anderen Proben.

© angellodeco / stock.adobe.com

Kasuistik

Massiv erhöhter CA-19-9-Wert weckt falschen Krebsverdacht