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Für die Grippe-Impfung ist die Zeit jetzt günstig

BERLIN (grue). Der November ist für die Grippe-Impfung optimal. Über 27 Millionen Deutsche gehören zu den Risikogruppen, denen eine Impfung besonders empfohlen wird. Aber nur jeder Zweite macht von dem kostenlosen Angebot Gebrauch. Niedergelassene Ärzte sollten deshalb vorzugsweise Risikogruppen in ihren Praxen die Impfung anbieten.

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Der Impfschutz ist nach etwa zehn Tagen aufgebaut und hält ein halbes Jahr. Die Impfung selbst ist gut verträglich, systemische Reaktionen liegen auf Placebo-Niveau. Bei Hühnereiweißallergie ist die Grippe-Impfung kontraindiziert, weil die Viren für den Impfstoff auf Hühnerembryonen gezüchtet werden. Solche Allergien sind daher vor einer Impfung abzuklären.

Bei künftigen Zellkultur-Impfstoffen entfällt das Problem, so Professor Michael Pfleiderer vom Bundesamt für Sera und Impfstoffe in Langen. Wie er bei einer Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft Influenza in Berlin berichtet hat, sollen solche Impfstoffe schon nächstes Jahr zur Verfügung stehen.

Dieses Jahr stehen zum Schutz vor Grippe 22 Millionen Impfstoff-Dosen zur Verfügung, abgestimmt auf das aktuelle Erregerspektrum. Je nach Übereinstimmung mit den tatsächlich zirkulierenden Virusstämmen betrage der Impfschutz zwischen 70 und 100 Prozent, hat Professor Tom Schaberg vom Diakoniekrankenhaus in Rotenburg an der Wümme gesagt. Etwas weniger effektiv ist die Impfung bei alten Menschen, denen besonders zur Impfung geraten wird.

"Trotz des nicht optimalen Impfschutzes können damit Influenza-Komplikationen verhindert werden", sagte der Pneumologe. So haben gegen Grippe geimpfte alte Menschen im Vergleich zu Ungeimpften ein um 30 Prozent verringertes Risiko, wegen einer Atemwegserkrankung ins Krankenhaus zu kommen.

Stationäre Aufnahmen wegen Lungenentzündung oder Virusgrippe waren bei alten Menschen nach Impfung sogar um 40 Prozent reduziert. "Die Zahl der Todesfälle jedweder Ursache war in einer Studie bei geimpften älteren Menschen nur halb so hoch wie in einer altersgleichen Kontrollgruppe", so Schaberg.



STICHWORT

Grippeschutz

Wegen ständig neuer Virusvarianten muß die Grippe-Impfung jedes Jahr neu aufgefrischt werden. Weltweit werden die zirkulierenden Virusstämme ständig überwacht. Da Impfviren aber langwierig auf Hühnereiern angezüchtet werden, legt die WHO bereits neun Monate vor der Grippesaison die Virusstämme für den neuen Impfstoff fest. Die Impfstoffe decken daher die später zirkulierenden Stämme nicht immer optimal ab, der Schutz variiert von Jahr zu Jahr. (eb)

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