Fußschmerz bei Diabetikern kann viele Ursachen haben

Bein- und Fußschmerzen von Diabetikern müssen nicht auf einer Diabetischen Polyneuropathie allein beruhen. Für die Differenzialdiagnose gibt es viele Möglichkeiten. Tipps dazu gab es beim Deutschen Diabetes-Kongress in Stuttgart.

Veröffentlicht:

STUTTGART (sir). "Diabetiker mit Bein- und Fußschmerzen müssen nicht nur an diabetischer Polyneuropathie leiden", war die Quintessenz eines Vortrags von Professor Karlheinz Reiners aus Würzburg.

Myofaszielle Schmerzen bei diabetischer Polyneuropathie kann man durch Abtasten der Fußsohle erkennen.

Myofaszielle Schmerzen bei diabetischer Polyneuropathie kann man durch Abtasten der Fußsohle erkennen.

© do

Bei einer von Pfizer unterstützten Veranstaltung zum Deutschen Diabetes-Kongress in Stuttgart gab der Neurologe Tipps zur Differenzialdiagnose bei Bein- und Fußschmerzen von Diabetikern. Nach Ausschluss akuter, lokal umschriebener, ulzerations-, muskel- , gelenk- oder wirbelbezogener Schmerzen blieben immer noch zahlreiche Möglichkeiten: "Wichtig ist dann, zwischen Neuropathien, Burning-Feet- und Restless-Legs-Syndrom zu unterscheiden", so Reiners. So seien "brennende Füße" zwar ein häufiges Symptom bei Polyneuropathie, könnten aber auch unabhängig davon durch Vitamin- oder Eisenmangel oder das Raynaud-Phänomen verursacht werden.

"Typisch für schmerzhafte Neuropathien sind brennende, prickelnde oder blitzartig einschießende, elektrisierende Schmerzen, Taubheit, Kribbelparästhesien, gestörtes Temperaturempfinden, Hyperalgesie und/ oder Allodynie", erläuterte Reiners. "Bei diabetischer Polyneuropathie treten solche Symptome meist distal und symmetrisch auf." Daneben kämen Urämie, Alkoholmissbrauch, Vitamin-B1-Mangel, Zytostatika- oder Amiodaron-Therapie, Engpass-Syndrome, Neuroborreliose und weitere Neuropathie-Ursachen in Betracht. So könne die langfristige Einnahme von Amiodaron bei etwa fünf Prozent der Patienten schmerzhafte Neuropathien auslösen. "Häufig übersehen werden Schilddrüsenfunktionsstörungen als Ursache von Neuropathien", so der Experte.

Von Neuropathien zu unterscheiden sei das Restless-Legs-Syndrom: "Dieses imponiert weniger durch Schmerzen als durch Missempfindungen und innere Unruhe - die Patienten können nachts nicht ruhig liegen bleiben", sagte Reiners. "Das Restless-legs-Syndrom tritt bei Diabetikern etwas häufiger auf als in der Allgemeinbevölkerung", so der Experte. Klarheit bringe hier meist schon innerhalb einer Woche eine probatorische Therapie mit L-Dopa.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Vergleich mit konservativer Therapie

Hyperparathyreoidismus: Operation kann vor Diabetes schützen

Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Off-Label-Use möglich

Long-COVID-Therapie: So schätzt Hausarzt Maibaum den G-BA-Beschluss ein

Lesetipps