Pathobiochemie

Gábor-Szász-Preis verliehen

Veröffentlicht: 07.10.2019, 15:59 Uhr

Heidelberg. Die Deutsche Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin hat Professor Andreas Fischer mit dem mit 15 000 Euro dotierten Gábor-Szász-Preis ausgezeichnet, teilt das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) mit. Verliehen wurde ihm der Preis für seine Forschung zum Stellenwert des Endothels bei der Ausbreitung von Krebs.

Fischer, Forscher am DKFZ und Arzt am Uniklinikum Heidelberg, hat mit seinem Team bei Mäusen beobachtet, dass Krebszellen das Endothel regelrecht umprogrammieren: Sie kurbeln den Signalweg Notch-1 an.

Als Folge steigern Endothelzellen die Produktion eines Kontaktmoleküls, das es Krebszellen ermöglicht, sich an die Gefäßwand anzuheften und den Durchtritt in die Blutgefäße vorzubereiten.

Zudem erleichtert der aktivierte Signalweg den Krebszellen den Weg in die Blutbahn sowie die Ansiedelung von Metastasen. Darüber hinaus beginnen die Endothelzellen Botenstoffe zu produzieren, die krebsfördernde Immunzellen in den Tumor locken.

Den Notch-1-Signalweg im Zuge der Krebstherapie einfach zu blockieren, hat sich allerdings als schwierig erwiesen. In klinischen Studien mit einem Wirkstoff, der auf eine Notch-1-Blockade abzielt, erkrankten Probanden an Herzinsuffizienz.

Fischers Team hat entdeckt, dass Notch-1 entscheidend dafür ist, dass Fettsäuren durch die Gefäßwand in das Myokard transportiert werden. Wird Notch-1 blockiert, stehen nicht mehr ausreichend Fettsäuren zur Verfügung und das Herz muss stattdessen Glukose als Energiequelle nutzen.

Das aktiviert wiederum einen weiteren Signalweg, der den Herzmuskel wachsen lässt, was ja zur Herzschwäche führt. (eb)

Mehr zum Thema

Virtueller ASCO

COVID-19 und Krebs: völlig neue Fragestellungen

Kasuistik

Checkpointhemmer als MS-Trigger?

Unternehmen

Medac bespricht ab Juni Kabis Adalimumab

Schlagworte
Das könnte Sie auch interessieren
Thromboseprophylaxe und COVID-19

„ÄrzteTage extra“-Podcast

Thromboseprophylaxe und COVID-19

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Leo Pharma GmbH, Neu-Isenburg
Aktuelle GTH-Empfehlung zur Thromboseprophylaxe bei COVID-19

CAT-Algorithmus

Aktuelle GTH-Empfehlung zur Thromboseprophylaxe bei COVID-19

Anzeige
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Trump: USA steigen aus der WHO aus

Mitten in der Corona-Krise

Trump: USA steigen aus der WHO aus

TI-Störung – gematik bittet Ärzte um Mithilfe

Telematikinfrastruktur

TI-Störung – gematik bittet Ärzte um Mithilfe

Diabetiker sind gefährdeter für schweren COVID-19-Verlauf

Erhöhtes Risiko

Diabetiker sind gefährdeter für schweren COVID-19-Verlauf

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden