Direkt zum Inhaltsbereich

Galantamin mit Innovationspreis ausgezeichnet

HAMBURG (awa). Das Antidementivum Galantamin ist mit dem H. G. Creutzfeldt-Innovationspreis 2006 ausgezeichnet worden.

Veröffentlicht:

Die Begründung der Jury: Die Substanz hemmt nicht nur die Acetylcholinesterase, sondern erhöht auch die Verfügbarkeit von Acetylcholin im synaptischen Spalt, in dem es nikotinerge Rezeptoren moduliert.

Auf diesen dualen Wirkmechanismus, mit dem sich Galantamin (Reminyl®) von anderen Cholinesterase-Hemmern unterschiedet, hat Professor Rüdiger Mielke von der Universität Köln bei der Preisverleihung in Hamburg hingewiesen. Galantamin erhöhe auch die Empfindlichkeit der nikotinischen Rezeptoren und stärke selektiv die nikotinisch-cholinerge Neurotransmission, sagte Mielke. Die Substanz verhindert die durch Beta-Amyloid hervorgerufene Apoptose von Neuronen. Galantamin verbessere zudem den Glukosestoffwechsel in den bei Alzheimer betroffenen Gehirnregionen.

Unbehandelt schreitet bei Patienten mit Alzheimer-Demenz die Erkrankung kontinuierlich fort. In Studien blieben bei Patienten, die mit der Arznei von Janssen-Cilag behandelt worden sind, die ADAS-cog-Werte ein Jahr lang bei oder über dem Ausgangswert. Damit verzögerte sich der Abbau der kognitiven Fähigkeiten um zwölf bis achtzehn Monate, sagte Mielke. Zudem vermindere Galantamin nicht nur den Pflege-Aufwand, auch die Aufnahme in ein Pflegeheim könne verzögert werden.

Galantamin ist seit 2001 in Deutschland bei leichter bis mittel-schwerer Alzheimer-Demenz zugelassen und seit 2005 zur einmal täglichen Anwendung erhältlich. Mittlerweile ist es in 70 Ländern verfügbar.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Robert Koch-Institut

Fast jeder dritte Erwachsene hört schlecht

Daten aus Japan

Extreme Hitze scheint Demenz zu beschleunigen

Prävalenz-Vergleich der Kreise

Auffällig hoher Anteil an multimorbiden Menschen in Ostdeutschland

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Opioid-induzierte Obstipation

Paradigmenwechsel in der Behandlung: Vom Stuhl zum Nervensystem

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Grünenthal GmbH, Aachen
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Abb. 1: Verlauf des Rett-Syndroms

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Rett-Syndrom

Diagnose und Verlauf einer herausfordernden Erkrankung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Acadia Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Hinweise aus Fall-Kontroll-Studie

Koffein als Trigger früher kryptogener Schlaganfälle?

Lesetipps