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Umfrage

Gastroenterologen sehen sich unter Druck

Jeder Fünfte sieht die Tendenz, finanziell lukrative Maßnahmen vorzunehmen, die eigentlich entbehrlich sind.

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BERLIN. Eine Umfrage unter Gastroenterologen bestätigt einen unheilvollen Trend. Zwei Drittel der befragten Klinikärzte sehen die Patientenversorgung durch ökonomischen Druck beeinträchtigt. Knapp 20 Prozent fühlen sich zu eigentlich entbehrlichen Untersuchungen genötigt, die ausschließlich aus wirtschaftlichen Gründen vorgenommen werden. Das hat eine Befragung von 642 Chef-, Ober- und Assistenzärzten im Auftrag des Berufsverbandes der Gastroenterologie Deutschland (BVGD) ergeben.

Ein nicht unerheblicher Teil der Ärzte registriert Rationierungsmaßnahmen an ihren Häusern. So stimmten 32,3 Prozent der Chefärzte, 45,4 Prozent der Oberärzte und 47,3 Prozent der Assistenzärzte der Aussage zu, dass als Folge der finanziellen Lage ihrer Klinik nicht mehr alle medizinisch nützlichen gastroenterologischen Maßnahmen erbracht werden könnten. Fast jeder fünfte Arzt gab an, einmal im Monat die Entscheidung zu treffen, eine für den Patienten sinnvolle ärztliche Leistung nicht vorzunehmen oder durch eine preiswertere und weniger effektive ersetzen zu müssen. Einen generellen Trend zur Rationierung erkennt der Berufsverband aber nicht, da in allen drei Arztgruppen die Mehrheit der Aussage widerspricht, dass nicht mehr alle medizinisch nützlichen gastroenterologischen Maßnahmen erbracht werden können.

Ein großes Problem in den Kliniken scheinen auch vorzeitige Entlassungen aus wirtschaftlichen Gründen zu sein. Dass Patienten nach Hause geschickt werden, obwohl dies medizinisch eigentlich nicht vertretbar wäre, glauben mehr als die Hälfte der Assistenzärzte, 44,4 Prozent der Oberärzte und 33 Prozent der Chefärzte. (chb)

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