Antibiotika und Co.

Gefährliche Arzneirückstände im Wasser

Antibiotika, Hormone, Schmerzmittel, Antidepressiva, Antihypertensiva - die Abbauprodukte landen im Wasser. Damit gefährden sie nicht nur die Umwelt, sondern auch den menschlichen Organismus.

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Unter den Medikamentenrückständen im Wasser sind Antibiotika, Hormone, Schmerzmittel, Antidepressiva und Antihypertensiva.

Unter den Medikamentenrückständen im Wasser sind Antibiotika, Hormone, Schmerzmittel, Antidepressiva und Antihypertensiva.

© Robert Kneschke / fotolia.com

OSNABRÜCK. In mehr als 70 Ländern der Welt wurden im Abwasser, Oberflächen- und Grundwasser über 500 verschiedene Arzneimittel und deren Abbauprodukte gefunden.

Die Einträge stammen sowohl aus der Human- als auch aus der Tiermedizin, meldet die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) in einer Mitteilung.

Unter den Medikamentenrückständen seien abgesehen von Antibiotika auch Hormone, Schmerzmittel, Antidepressiva und blutdrucksenkende Mittel.

Man müsse vorsorgend tätig werden, um die hohe Qualität des Trinkwassers zu erhalten und in Oberflächengewässern negative Auswirkungen auf die darin lebenden Tiere und Pflanzen zu vermeiden.

Drastische Verringerung nötig

Es gehe daher um die entscheidende Frage: Wie kann der Eintrag von Arzneimittelrückständen in Oberflächen- und Grundwasser drastisch verringert werden?

Experten betrachten das Problem der Arzneimittelrückstände aus unterschiedlichen Blickwinkeln und suchen entlang des gesamten logistischen Weges der Medikamente nach Lösungen, um die möglichen Risiken zu verringern.

Die Optionen reichen von der Menge und Form der eingenommenen Substanzen über eine möglichst umweltfreundliche und leichter abbaubare Zusammensetzung bis hin zu den technischen und rechtlichen Möglichkeiten einer vierten Reinigungsstufe für Kläranlagen.

Denn trotz großer technischer Fortschritte bleiben immer noch Arzneimittelwirkstoffe im gereinigten Abwasser zurück. Von dort gelangen sie in Bäche, Flüsse, Seen und teilweise auch ins Grundwasser, heißt es in der DBU-Mitteilung.

Fortpflanzung ist beeinträchtigt

Außerdem bestünden noch große Wissenslücken, wie genau die Wirkstoffe vor allem langfristig in der Umwelt und auf den menschlichen Organismus wirken.

Von dem Psychopharmakon Oxazepam oder dem Kontrazeptivum Ethinylestradiol zum Beispiel wisse man bereits, dass sie das Verhalten von Fischen beeinflussen oder deren Fortpflanzung beeinträchtigen.

Daher könne man nicht ausschließen, dass diese Mikroschadstoffe langfristig auch ein Problem für das Trinkwasser und damit für Menschen werden.

Experten aus Abwasserwirtschaft, Human- und Veterinärmedizin, Mikrobiologie, Rechtswissenschaft sowie Politik diskutieren auch Möglichkeiten, das Risiko durch Rücknahmesysteme für nicht verwendete Arzneimittel zu verringern.

Veränderungen der Infektions- und Krankenhaushygiene sind Ansatzpunkte, um das Problem der Antibiotikaresistenzen in den Griff zu bekommen.

Weiterhin müsse die Forschung zu abbaubaren Wirkstoffen intensiviert werden, so die DBU. Auch Ärzte, Verbraucher und die Intensivtierhaltung könnten einen Beitrag leisten.

Eine Perspektive bietet zudem eine gesetzliche Verankerung von Schutzbestimmungen im Arzneimittelgesetz und Wasserschutzrecht. (eb)

Am 4. Februar 2015 veranstaltet die DBU eine Fachtagung zum Thema Arzneimittelrückstände, Titel "Sanfte Medizin für sauberes Wasser". Infos unter www.dbu.de

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Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Dr. Wolfgang P. Bayerl

@Steffen Jurisch , vegetarische Ernährung ist gesundheitsschädlich, fragen Sie einen Arzt!

Das Abwasserproblem ist ein öffentliches (z.B. kommunales) Problem.
Kläranlagen sich technisch kein Problem, kosten aber Geld, das sieht daher sehr schlecht in Deutschland aus,
denn es wird eher das Gegenteil gemacht, nämlich die Abwassergebühren der Hausbesitzer fremdverwendet, was eigentlich untersagt ist.
Dabei geht es nicht nur um Chemikalien, sondern um Mikroorganismen
und bei Kommunen, oh Wunder, reichlich menschenpathogene Keime wie der EHEC.
Die lebenden Keime sind ganz sicher eingrößeres Problem, als Antibiotika-Reste.
Auch Viren (Noro) gehören dazu, vieles davon wird einfach nicht gemessen,
eine ganz besonders kluge und verantwortungsbewusste Politik,
auch da wo grüne Minister im Amt sind.
Klimarettung ist beliebter.

Dr. Patricia Singer

Details

Wo kann man die Werte für Deutschland einsehen? In wie fern ist unser Bade- und Trink-Wasser belastet?

Steffen Jurisch

Die einfachste aller Lösungen...

wäre die, die Notwendigkeit der Einnahme von Medikamenten zu senken.
Das könnte bei Blutdruck, Diabetes II, Herzkrankheiten, Rheumatoide Arthritis und vielen entzündlichen chronischen Erkrankungen sehr einfach sein, wenn man endlich der unabhängigen Wissenschaft die Aufmerksamkeit und vor allem die Verbreitung zum normalen Bürger gewähren würde, die sie verdient hat.
Diese Wissenschaft, vertreten durch Ärzte wie Dr. Henrich, Dr. Esselstyn jun., Dr. Ornish, Dr. McDaugall und nicht zuletzt Dr. Michael Greger und Dr. Campbell, um nur einige zu nennen, haben seit Jahren nachgewiesen, dass eine rein pflanzenbasierte, fettarme Ernährung nicht nur die Gesundheit erhalten, sonder wieder herstellen kann.
Warum sendet die ARD statt der sinnentleerten Börsennachrichten nicht täglich einen Bericht wie man Diabetes heilen und Bluthochdruck senken kann? Es gibt doch weit mehr Menschen die an chronischen Krankheiten lesen als Aktienbesitzer, und selbst die welche Aktien haben informieren sich garantiert nicht bei der ARD kurz vor 20 Uhr.
Helfen würde auch die Werbung für Fleisch, Milch und deren Produkte in jeglicher Form zu verbieten und die Subventionen für diese ungesunden Nahrungsmittel zu streichen. Warum kosten 1 Liter gesunder Haferdrink 19 % Mehrwertsteuer, 1 Liter Milch nur 7 % obwohl Milchgenuss auf lange Sicht Folgekosten in Millionenhöhe nach sich zieht und Haferdrink nicht?
Abgesehen davon ,dass gesunde Menschen weniger Medikamente brauchen, wenn die Massentierhaltung aufhört, jegliche Tierhaltung zu Schlachtzwecken aufhört, dann werden nochmals Milliarden an Tonnen von Medikamenten nicht mehr gebraucht.
Die rein pflanzenbasierte Ernährung hat also nicht nur eine heilende Wirkung auf den Menschen sonder auf den ganzen Planeten!


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