Gegen ADHS fehlen Therapeuten

NEU-ISENBURG (eis). Kinder mit Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) sind in Deutschland schlecht versorgt. Viele Betroffene und ihre Eltern müssen lange auf eine qualifizierte Diagnostik und Therapie warten, obwohl die Krankheit die Lebensqualität erheblich einschränkt.

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"Die Diagnose ADHS kann auf Basis klar umschriebener Verhaltensmerkmale reliabel und valide bestimmt werden", betont Professor Michael Huss von der Universität Mainz und erteilt damit anders lautenden Äußerungen - ADHS sei keine gesicherte Krankheitsentität - eine klare Absage (Bundesgesundheitsbl 6, 2008, 602).

"Die Versorgungsqualität ist in Deutschland wenig günstig", sagt der Psychiater, besonders weil Fachärzte und Therapeuten fehlten. Obwohl die Probleme in der Gesundheitspolitik bekannt seien, würden sie aufgrund der angespannten ökonomischen Lage nur partiell angegangen. Dass die Zahl der Verordnungen des Standardmedikaments Methylphenidat in den vergangenen zehn Jahren um das 40-fache angestiegen ist, sieht Huss "noch nicht als Grund zur Sorge, wohl aber zur Sorgfalt".

Es gehe in Zukunft darum, die Versorgung bei ADHS zu verbessern und den Blick für Differenzialdiagnosen zu schärfen. Betroffene brauchen eine frühe Therapie. In einer aktuellen Studie war die Lebensqualität von Kindern mit ADHS in vielen Bereichen deutlich schlechter als bei Kindern mit Asthma. Das ist erstaunlich, weil sich Asthma bei Kindern vielfältig auf Belastbarkeit und Freizeit auswirkt.

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