#positivarbeiten

Gegen Diskriminierung von HIV-Infizierten im Job

Für einen respektvollen und selbstverständlichen Umgang mit HIV-Infizierten im Arbeitsleben machen sich mehr als 50 Unternehmen und Organisationen stark. Sie unterzeichneten eine Deklaration gegen Diskriminierung.

Veröffentlicht: 12.06.2019, 13:30 Uhr

HAMBURG. Mehr als 50 Unternehmen und Organisationen haben am Mittwoch in Hamburg eine Deklaration gegen Diskriminierung von HIV-infizierten Menschen im Arbeitsleben unterzeichnet. Das teilte die Deutsche Aidshilfe (DAH) mit.

Im Vorfeld des Deutsch-Österreichischen Aids-Kongresses (DÖAK), der vom 13. bis 15. Juni in Hamburg stattfindet, setzten die Beteiligten ein Zeichen und kündigten laut DAH konkrete Maßnahmen für einen respektvollen und selbstverständlichen Umgang mit HIV-positiven Beschäftigten an.

Noch immer erlebten Menschen mit HIV im Beruf Benachteiligung und seien Vorurteilen ausgesetzt – etwa denken viele, dass die HIV-positiven Beschäftigten häufiger krank seien oder eine Gefahr für andere darstellten, betont die Deutsche Aidshilfe. Das müsse sich ändern.

Deklaration #positivarbeiten

Nach der Erstunterzeichnung in Hamburg sollen nun möglichst viele weitere Unternehmen und Organisationen die Deklaration #positivarbeiten unterschreiben.

„Alle gemeinsam machen wir deutlich: HIV braucht im Arbeitsalltag überhaupt keine Rolle zu spielen. Einem ganz normalen kollegialen Umgang steht nichts im Wege“, wird DAH-Vorstand Winfried Holz in der Mitteilung zitiert.

Hamburgs Arbeits- und Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) sagte: „Es ist ein ausdrücklicher Auftrag, unsere Arbeitswelt, diskriminierungsfrei zu gestalten. Wir möchten daher ein Arbeitsklima schaffen, das uns alle für das Thema HIV sensibilisiert, damit den Betroffenen mit Respekt und Akzeptanz begegnet wird.“

„Ein proaktives Bekenntnis“

Nach DAH-Angaben reicht die Liste der Unterzeichner von weltweit tätigen Großunternehmen bis zu Einzelhandelsgeschäften, von Verbänden und Krankenkassen über Städte bis zu lokalen Einrichtungen (eine Liste der Beteiligten finden Sie hier).

Zu den Unterzeichnern zählt das Unternehmen SAP. Dessen Senior Vice President Dr. Ernesto Marinelli teilte mit: „Wir haben keine Angst vor Vielfalt. Vielfalt ist für uns wichtig, denn Vielfalt bedeutet Innovation. HIV ist für uns eine von zahlreichen Facetten.“

Jörg Beißel, der laut Mitteilung bei SAP als Senior Facility Specialist arbeitet und HIV-positiv ist, berichtete: „Die Rückendeckung meiner Unternehmensführung bedeutet für mich ein proaktives Bekenntnis: Du bist genau so richtig, wie du bist. “ (eb)

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