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Geringeres Diabetes-Risiko durch Vollkorn-Ernährung

HAMBURG (ugr). Wer seinen Körper ausreichend mit Ballaststoffen aus Vollkornprodukten wie Brot oder Müsli versorgt, hat ein geringeres Risiko an Diabetes zu erkranken als Menschen, die nur wenige Ballaststoffe dieser Art verzehren. Die Ballaststoffaufnahme aus Obst und Gemüse hat dagegen keine Bedeutung für das Diabetes-Risiko.

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Dies sind neue Ergebnisse der EPIC-Studie (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition), die vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam erhoben wurden (wir berichteten).

Entgegen bisheriger Annahmen, beeinflussten nicht nur lösliche, sondern auch unlösliche Ballaststoffe signifikant den Glukosestoffwechsel sagte Professor Andreas Pfeiffer aus Potsdam beim Diabetes-Kongress.

"Bisher gingen wir davon aus, dass unlösliche Ballaststoffe, die überwiegend aus Zellulose und Hemizellulose bestehen, inaktiv sind. In verschiedenen Studien haben wir jedoch einen erstaunlich ausgeprägten Effekt auf die Insulin-Empfindlichkeit registriert", sagte Pfeiffer bei einem vom Unternehmen Abbott ausgerichteten Symposium. 14 stoffwechselgesunde, im Mittel 23-jährige Probanden erhielten zunächst 30 g in Brot eingebackene unlösliche Ballaststoffe. Am nächsten Tag aßen sie 50 g Weißbrot. Pfeiffer: "Hierbei verbesserte sich die Insulin-Sensitivität deutlich. Dies beruhe jedoch nicht auf einer veränderten Glukoseaufnahme, wie es für lösliche Ballaststoffe beschrieben wird, sondern auf einer Beschleunigung des Glukoseabbaus, also einer Verbesserung der Insulinwirksamkeit." Folgeuntersuchungen zunächst mit Adipösen und anschließend mit Diabetikern bestätigten die Ergebnisse.

Den molekularen Mechanismus, der dem positiven Einfluss auf den Stoffwechsel zu Grunde liegt, haben die Potsdamer Forscher noch nicht entschlüsselt. Eine Vermutung geht in die Richtung, dass unlösliche Ballaststoffe Veränderungen in der Darmwand bewirken, die zu einer gesteigerten Insulin-Sensitivität führen.

HbA1c sinkt um 0,3 durch 50 g Ballaststoffe täglich

Würden Diabetiker pro Tag 50 g Ballaststoffe zu sich nehmen, könnten sie dadurch nach Angaben Pfeiffers Blutzuckerschwankungen besser in den Griff bekommen und ihren HbA1c-Wert im Durchschnitt um 0,3 Prozentpunke senken. Die tatsächliche Ballaststoffaufnahme in Deutschland beträgt jedoch durchschnittlich nur 22 g pro Tag. Eine Möglichkeit, diesen Anteil zu erhöhen, sieht Pfeiffer in einer Anreicherung bestimmter Lebensmittel. "Ballaststoffe lassen sich Brot, Nudeln, ja sogar Wurst zusetzen." Erste Produkte dieser Art würden von Lebensmittelherstellern bereits angeboten.

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