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Gesucht wird: Substanz, die sich zur Chemoprävention von Darmkrebs eignet

Substanzen, die sich zur Prävention von Darmkrebs eignen, stehen seit Jahren schon ganz oben auf der Wunschliste der Forscher. Besonders wichtig wären sie für Patienten mit erhöhtem Risiko.

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Gesucht wird: Substanz, die sich zur Chemoprävention von Darmkrebs eignet

© Foto: Sebastian Kaulitzki www.fotolia.de

Zu den Patienten mit erhöhtem Darmkrebs-Risiko gehören zum Beispiel Patienten mit Colitis ulcerosa (CU). Je nach Krankheitsdauer und Größe der Mukosaläsionen haben sie ein 6- bis 15-fach erhöhtes Risiko, wie bei der III Falk Gastro-Konferenz in Mainz hervorgehoben wurde. Eine Dauertherapie mit 5-Aminosalicylsäure (5-ASA) kann das Darmkrebs-Risiko bis um die Hälfte reduzieren: durch Hemmung der Entzündung oder der Proliferation von Epithelzellen. Als tägliche Dosis wird mindestens 1 g 5-ASA empfohlen.

Etwa 7,5 Prozent der Patienten mit CU haben zudem eine primär sklerosierende Cholangitis (PSC). Bei ihnen ist das Darmkrebs-Risiko noch weiter erhöht: Nach 2 Jahren beträgt es 9 Prozent, nach 20 Jahren 31 Prozent und nach 25 Jahren 50 Prozent. Therapie der Wahl bei PSC ist Ursodeoxycholsäure in der hohen Dosierung von mindestens 20 mg pro kg KG. Damit wird nach Studiendaten sowohl die PSC günstig beeinflusst als auch die Darmkrebs-Rate reduziert.

Weitere Substanzen, die unter dem Aspekt der Primär- oder Sekundärprävention bei Darmkrebs geprüft wurden, sind Antioxidantien wie Beta-Karotin, Folsäure, Selen, die Vitamine A, C und E, allein oder in Kombination. Allerdings mit negativem Ergebnis, wie Professor Randall W. Burt aus Salt Lake City berichtet hat. Für Kalzium ergab sich in einer Studie ein geringer, in einer anderen Studie zu Kalzium plus Vitamin D gar kein Effekt. Statine erwiesen sich in großen Kohortenstudien und in Metaanalysen ebenfalls als nutzlos.

Untersucht wurden auch COX-2-Hemmer. Eine Studie belegt die Wirksamkeit in der Sekundärprävention: 400 mg Celecoxib täglich halbierten in drei Jahren das Risiko erneuter Adenome im Vergleich zu Placebo von 10 auf 5 Prozent. Gleichzeitig erhöhte sich die Häufigkeit schwerer kardiovaskulärer Ereignisse um 30 Prozent.

Effektiv ist zudem Acetylsalicylsäure: Nach einer Metaanalyse senkt es die Rate primärer Kolonkarzinome signifikant - aber nur, wenn länger als zehn Jahre täglich mehr als 300 mg genommen werden. Gleichzeitig häufen sich jedoch gastrointestinale Komplikationen.

Eine Option für die Zukunft könnte die Kombination des Zytostatikums Difluoromethylornithin (DFMO) mit NSAR sein. In einer Studie war das Risiko erneuter Adenome um 70 Prozent reduziert. Ein dicker Wermutstropfen: In hohen Dosen schädigt DFMO das Hörvermögen. (eb)

Lesen Sie dazu auch: CED-Leitlinien unterstützen Remissionserhalt

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