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MRSA

Gezieltes Screening bringt viel

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DRESDEN. Um eine Verbreitung der Erreger von Patient zu Patient zu vermeiden und Folgekomplikationen zu verhindern, ist eine konsequente Standardhygiene, besonders regelmäßige Händehygiene, oberstes Gebot.

Über das Ausmaß der Bedrohung von Klinikpatienten durch nosokomiale Infektionen mit MRE und die Möglichkeiten der Prophylaxe wird seit vielen Jahren diskutiert. Bei jährlich etwa 20 Millionen stationären Aufnahmen in Deutschland kommt es laut Schätzungen zu rund einer halben Million nosokomialer Infektionen, die in bis zu 15.000 Fällen mit dem Tod des Patienten enden.

Durch bessere Hygienestandards könnten nach Ansicht mancher Experten bis zu ein Drittel der Infektionen verhindert werden.

Sollten Klinikpatienten gezielt auf MRE gescreent und bei positivem Nachweis von anderen Patienten isoliert werden? Darüber scheiden sich aus medizinischen und wirtschaftlichen Gründen die Geister.

Dr. Mathias Herrmann, Mikrobiologe an der Universität des Saarlandes in Homburg, zählt zu den engagiertesten Fürsprechern des Screenings und ist auch von der Kosteneffektivität überzeugt.

In einem Pilotprojekt an den Universitätskliniken wurden einen Monat lang alle stationär aufgenommenen Patienten auf MRSA (Methicillin-resistente Staphylokokken) gescreent und insgesamt rund 20.000 Proben untersucht. 436 Proben waren MRSA-positiv, das entspreche einer Prävalenz von 2,2/100 Aufnahmen, sagte Herrmann in Dresden.

Gehäuft betroffen waren Ältere, Patienten mit MRSA-Vorgeschichte, mit Hautwunden /-ulzera und Blasenkatheter. Bei Patienten mit solchen Risikofaktoren könnte eventuell auch ein gezieltes Screening erfolgen.

Standardhygiene wird oft vernachlässigt

Durch ein Screening von einem Drittel der Risikopatienten würden zwei Drittel der MRSA-positiven Patienten erkannt, berichtete Herrmann.

Die Kosten des Screenings bezifferte er auf 5€ pro Patient und 330€ pro erkanntem MRSA-Patient - insgesamt 500. 000 bis eine Million Euro pro Jahr. Durch Vermeidung von Folgekomplikationen könnten aber ein bis zu 10 Mio. Euro eingespart werden, so Herrmanns Rechnung.

MRSA besiedeln bevorzugt den Mund-Rachen-Raum. Relevanter für Urologen sind multi-resistente gramnegative Erreger (MRGN) wie E.coli und Pseudomonaden, die den Darm besiedeln und oft die Harnwege infizieren.

Laut Studien an der Uniklinik Rostock bei Patienten mit Infektionssymptomen ist der Anteil von E.coli mit Resistenzen gegen drei Standardantibiotika (3-MRGN) auf über 5 Prozent und der von Klebsiellen sogar auf über 10 Prozent gestiegen; konstant bei 10 Prozent lag der Anteil dreifach resistenter Pseudomonaden, berichtete Professor Andreas Podbielski aus Rostock.

3-MRGN, die in der Regel bei Patienten mit ähnlichen Risikofaktoren wie für MRSA gehäuft zu finden sind, sind nach seinen Angaben weniger gefährlich als MRSA.

Eine konsequente Standardhygiene mit Handschuhen/Kittel und regelmäßiger Händedesinfektion, die allerdings in der Praxis häufig vernachlässigt wird, reiche aus; bei Patienten mit vierfach resistenten Keimen (4-MRGN) wird bis zum Nachweis der Keimfreiheit die Isolation empfohlen. (rf)

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