Direkt zum Inhaltsbereich

Gleichmäßige 24-Stunden-Freigabe von Opioid durch neue Retardierung

HAMBURG (grue). Das Opioid Hydromorphon steht jetzt in einer Retard-Tablette zur Verfügung, die das Schmerzmittel gleichmäßig über 24 Stunden abgibt - unabhängig von der Nahrungsaufnahme. Die Abgabe erfolgt nach dem Osmose-Prinzip.

Veröffentlicht:

Das Schmerzmittel Jurnista® basiert auf der OROS® (Orales Osmotisches System) -Technologie, die bereits bei anderen Wirkstoffen genutzt wird. Diese Galenik funktioniert nach dem Prinzip der Osmose und wird nach Angaben von Professor Rüdiger Gröning aus Münster nun erstmals auch für Opioid-Analgetika genutzt. Die etwa 8 mm großen Tabletten enthalten einen Quellkörper, den Wirkstoff, eine feste semipermeable Hülle und eine äußere schützende Ummantelung.

Diese dünne Schutzschicht löst sich nach der Einnahme schnell auf, danach kann Wasser in das System eindringen. Nun dehnt sich ein Quellkörper im Inneren der Tablette aus und drückt den darüber liegenden Wirkstoff Hydromorphon durch eine kleine Öffnung nach außen - und zwar mit einer auf genau 24 Stunden eingestellten festen Freisetzungsrate.

"Das passiert zu 80 Prozent im Dickdarm und ist völlig unabhängig von den Einnahmebedingungen", erläuterte Gröning bei einer Veranstaltung von Janssen-Cilag in Hamburg. "Auf diese Weise bilden sich bei einmal täglicher Einnahme innerhalb von 48 Stunden gleichmäßige Plasmaspiegel".

Hydromorphon als stark-wirksames Analgetikum der WHO-Stufe III sei ein idealer Kombinationspartner für das innovative Retard-System, sagte Gröning. Als reiner Opioid-Agonist ist die Substanz gut verträglich und hat kaum Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Damit eignet sich das Analgetikum besonders zur Behandlung von alten, multimorbiden oder etwa niereninsuffizienten Patienten.

Die Wirksamkeit der oralen Therapie mit dem Hydromorphon-System wurde in Studien bei Patienten mit starken Tumor-, Arthrose- und Rückenschmerzen belegt. Die Umstellung von oralem Morphin zu Retard-Hydromorphon erfolgt im Verhältnis fünf zu eins, bei Neueinstellung beträgt die Startdosis 8 mg pro Tag. Das Medikament steht in den Dosierungen 8, 16, 32 und 64 mg zur Verfügung, die auch miteinander kombiniert werden können. Bei Schmerzspitzen seien ergänzend schnell wirkendes Morphin oder nicht-retardiertes Hydromorphon geeignet.



STICHWORT

Opioid-Typen

Opioide sind synthetisch hergestellte oder körpereigene Substanzen. Es gibt drei Typen von Opioiden:

  • Opioide mit morphinartiger Wirkung
  • Opioide mit gleicher Rezeptorspezifität wie der Morphintyp, aber inkompletter Rezeptoraktivierung
  • atypische Opioide beziehungsweise Opioide als gemischte Agonisten-Antagonisten (eb)
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Studien CLIMB THAL-111 und -131: Veränderung des Gesamt-Hb-Werts und des HbF-Werts nach Exa-cel-Infusion bei TDT-Patientinnen und -Patienten (Quelle: Locatelli F et al., European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2026, Madrid, Spanien, Abstract GS2-5)

© Springer Medizin Verlag

Neue Perspektiven bei Hämoglobinopathien

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vertex Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb. 1: WAYPOINT-Studie: schnelle und signifikante Reduktion des SNOT-22-Scores über 52 Wochen

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [6]

Schwere, unkontrollierte CRSwNP

Wirkansatz an epithelialen Alarminen

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Beispiele zum Durchklicken

Auffälliges EKG: Was steckt hinter diesen 13 Fällen?

Früherkennung von Geschlechtskrankheiten

Kein Screen & Treat bei mukosalen STI!

Schädel-Hirn-Traumata

Was Kopfbälle fürs Demenzrisiko bedeuten

Lesetipps
Ein Blick in die aktuelle Isolationsstudie SOLIS100, die in Zusammenarbeit mit der ESA durchgeführt wird. Sechs Personen sind für 100 Tage in einem Raum isoliert ohne Kontakt nach außen bis auf terminierte Mission-Controll-Telefonate und 30 Minuten Kontakt zu Freunden und Familie pro Woche über Telefon/Videoanruf.

© DLR

Raumfahrtmediziner im Porträt

Jens Jordan – ein Arzt für Weltall und Erde

Ein roter Stift vor einem Taschenrechner.

© Gina Sanders / stock.adobe.com

Einsparungen beschlossen

Wegen Spargesetz: KV Berlin ändert Honorarverteilung und streicht Förderung