Gute Langzeitbilanz für Osteoporose-Mittel

Die Behandlung mit Strontiumranelat schützt Frauen mit Osteoporose anhaltend vor vertebralen und non-vertebralen Frakturen. Diese Erkenntnis hat jetzt Eingang in die Neufassung der europäischen Leitlinien gefunden.

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Ein Medikament, das den Knochenaufbau fördert und den Abbau hemmt, hält die Knochen über viele Jahre stabil.

Ein Medikament, das den Knochenaufbau fördert und den Abbau hemmt, hält die Knochen über viele Jahre stabil.

© Foto: PhotoDisc

Zu Strontiumranelat (Protelos®) gibt es mittlerweile Fünf-Jahresdaten, und zwar aus der TROPOS*-Studie. Die Ergebnisse waren auch Thema beim Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie in Berlin.

An der Studie nahmen 5091 Frauen in der Postmenopause mit Osteoporose teil. Sie erhielten über fünf Jahre täglich oral entweder zwei Gramm Strontiumranelat oder Placebo. Etwa die Hälfte der Patientinnen war bis zum Ende der Studie bei der Stange geblieben.

Die Bilanz nach fünf Jahren: Strontium reduzierte das Risiko für non-vertebrale Frakturen um statistisch signifikante 15 Prozent. Und das Risiko für die klinisch oft gravierenden Hüftfrakturen konnte sogar um 43 Prozent reduziert werden.

"In die aktualisierte Leitlinie der ESCEO haben diese Daten bereits Eingang gefunden", betonte Professor Hans-Peter Kruse von der Uniklinik Hamburg-Eppendorf. Die ESCEO (European Society on Clinical and Economic Aspects of Osteoporosis and Osteoarthritis) beurteile Strontium als Substanz mit hoher Evidenz für den Schutz vor Frakturen, und zwar vor vertebralen Erst- und Folgefrakturen sowie vor non-vertebralen Erst- und Folgefrakturen inklusive Hüfte. Das berichtete Kruse bei einer vom Unternehmen Servier unterstützten Veranstaltung.

Als möglichen Grund für die guten klinischen Daten führte der Experte den Wirkmechanismus von Strontium an, das sowohl die den Knochen abbauenden Osteoklasten hemme als auch die knochenanabol tätigen Osteoblasten stimuliere. "Das lässt sich auch in Knochenbiopsien gut zeigen", so Kruse. In einer Untersuchung fand er nach einjähriger Therapie mit Strontium eine Zunahme des trabekulären Knochenvolumens um im Mittel zwölf Prozent, eine Zunahme des mittleren Trabekeldurchmessers um 27 Prozent und eine Zunahme der Kortikalisdicke um ebenfalls 27 Prozent.

(gvg)

*TROPOS steht für Treatment of Peripheral Osteoporosis

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