Direkt zum Inhaltsbereich

HCV-Therapie oft im zweiten Anlauf erfolgreich

HANNOVER (grue). Bei Patienten mit chronischer Hepatitis C, die auf eine Interferon-basierte Primärtherapie nicht angesprochen haben, verläuft eine Weiterbehandlung mit peg-Interferon alfa-2b und Ribavirin oft erfolgreich.

Veröffentlicht:

Das belegen die Zwischenergebnisse der EPIC3-Studie (Evaluation of PegIntron in Control of Hepatitis C Cirrhosis). Dr. Stephan Kaiser von der Uniklinik Tübingen hat sie bei einer Veranstaltung von Essex Pharma in Hannover vorgestellt. Ausgewertet wurden die Ergebnisse der ersten 575 Patienten mit Hepatitis-C-Virusinfektion (HCV). Sie erhielten in dieser Studie pegyliertes Interferon-alfa-2b (PegIntron®) plus Ribavirin (Rebetol®). Die Dosis richtete sich dabei nach dem Gewicht. "Alle Patienten hatten bereits eine Standardtherapie auf Basis von Interferon hinter sich, die aber wirkungslos gewesen war oder einen Rückfall nicht verhindert hatte", erläuterte Kaiser.

Jeder fünfte Patient wird durch die Therapie virusfrei

Diese Patienten wurden für 48 Wochen mit den beiden Wirkstoffen behandelt. Bei immerhin noch 21 Prozent kam es zu einem anhaltenden Behandlungserfolg. Das heißt: Sechs Monate nach Therapie-Ende waren keine Viren nachweisbar. "Im Prinzip bedeutet das Heilung für ein Fünftel der Patienten", sagte Kaiser.

Die Chance auf eine anhaltende Remission war am größten bei Patienten mit den HCV-Genotypen 2 und 3 (56 versus 16 Prozent bei Genotyp 1). Gute Aussichten bestehen außerdem bei Patienten, die ursprünglich erfolgreich behandelt worden waren, aber einen Rückfall erlitten hatten (39 versus 15 Prozent bei Non-Respondern).

Frühes Ansprechen erhöht die Chance auf Viruselimination

Außerdem lässt sich offenbar bereits nach zwölf Wochen abschätzen, wie erfolgreich die weitere Therapie sein wird. 61 Prozent der Patienten, die zu diesem Zeitpunkt nachweislich keine Viren mehr hatten, waren auch am Ende der Therapie noch virusfrei. Umgekehrt hatten Patienten mit persistierender HCV in Woche zwölf nur eine fünfprozentige Chance, dass die Therapie später noch ansprechen würde. "Der schnelle Rückgang der Virusmenge ist ein guter Prädiktor für einen langfristigen Behandlungserfolg", sagte Kaiser. Dabei ist es offenbar unerheblich, ob es sich bei den Früh-Respondern um Patienten handelt, die auf Vortherapien nicht angesprochen haben oder um solche nach Rückfall.

Mehr Infos gibt es im Internet unter: www.kompetenznetz-hepatitis.de



STICHWORT

Hepatitis C

Die Hepatitis-C-Prävalenz weltweit wird auf ungefähr 10 Prozent der Bevölkerung geschätzt (Westafrika, Ägypten). Für Deutschland wird von etwa 500 000 Virusträgern ausgegangen. Nur jeder Vierte chronisch Infizierte weiß von seiner Erkrankung. In Deutschland kommt es zu etwa 5300 Neuerkrankungen durch Leberkrebs pro Jahr. Mehr als die Hälfte dieser Patienten haben eine chronische Hepatitis C oder B.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Welt-Hepatitis-Tag

Hepatitis E: Unterschätzte Gefahr bei Leberzirrhose?

Robert Koch-Institut

Hepatitis C: Diese Bevölkerungsgruppe ist am häufigsten betroffen

Das könnte Sie auch interessieren
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

© Iuliia Petrovskaia | iStock

Dermatophyten-Infektionen

Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin

BCMA-gerichtete CAR-T-Zelltherapie rückt nach vorn

Cilta-cel setzt Standards im ersten Rezidiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, Neuss, a Johnson & Johnson company
Rheumatoide Arthritis – auch auf die Lunge achten

© Springer Medizin Verlag

Rheumatoide Arthritis – auch auf die Lunge achten

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: medac GmbH, Wedel
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Konzepte gegen Ärzte- und Nachfolgermangel

Mit dem Blockpraktikum Lust auf den Landarztberuf machen

Lesetipps
Die Sonne verschwindet hinter einer Mohnblüte in den dunklen Wolken

© Thomas Warnack/dpa

Aktuelle Daten

RKI: Fast 10.000 hitzebedingte Tote in diesem Jahr